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Dienstag, Dezember 6, 2022
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Das Kreisforstamt informiert: Holzernte am Bammertsberg abgeschlossen

Wie das Kreisforstamt des Rhein-Neckar-Kreises mitteilt, konnten die Holzerntearbeiten am Bammertsberg in Bammental trotz Regen und Schnee bis Ende Februar abgeschlossen werden. Allerdings seien noch einige Aufräumarbeiten nötig: liegengebliebene Kronenteile und Äste entlang der Wege würden noch von Brennholzmachern für den heimischen Kamin aufbereitet.

„Wenn das meiste Holz abgefahren ist, werden auch die Wege wieder instand gesetzt, damit ein Waldspaziergang auf dem beliebten Rundweg um den Bammertsberg nicht mehr mit schmutzigem Schuhwerk einhergehen muss“, informiert der zuständige Förster Uwe Reinhard.

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Ein Teil des Kronenholzes – vor allem in den schlechter zugänglichen Bereichen – bleibt im Wald liegen und wird der natürlichen Zersetzung überlassen. Das mag anfangs „unaufgeräumt“ wirken, hat aber ökologische Gründe: rund 30–40% der Flora und Fauna des Waldes sind auf das Vorhandensein von Alt- und Totholz angewiesen. Außerdem reichert das sich zersetzende Holz den Humusgehalt im Boden an und verbessert so die Nährstoffversorgung des Bodens.

Apropos Waldökologie: am Bammertsberg wurden rund 40 „Baum-Methusalems“ ausgewählt, die auf Dauer nicht gefällt werden. Sie bieten langfristig einen wichtigen Lebensraum und bleiben dem natürlichen Verfall überlassen. Zumal absterbendes und totes Holz z.B. für Spechte und Pilze besonders wertvoll ist. Aber auch Arten, die auf Licht und Wärme angewiesen sind, kommen bei der Waldbewirtschaftung in Bammental nicht zu kurz: „Inseln des Lichts“ im Waldbestand garantieren Blütenpflanzen, Insekten und Kleinsäugern reichlich Platz zum Wohlfühlen.

Außerdem trägt die Ernte von Bäumen bei der Durchforstung dazu bei, die Bodenwasserversorgung des Waldes zu verbessern. Das liegt daran, dass bei Regen ein Teil des Niederschlags im Kronendach zurückgehalten wird, ohne auf den Boden zu gelangen – er verdunstet gleich dort. Hat ein Waldbestand aber „Inseln des Lichts“, erreicht mehr Regenwasser den Boden. Durch die Entnahme von Nachbarbäumen steht den verbleibenden Bäumen im frei werdenden Wurzelraum also mehr Wasser zur Verfügung, erklärt das Kreisforstamt.

Was geschieht eigentlich mit dem geernteten Holz? Es verbleibt zum großen Teil in Deutschland und wird zu Verbundwerkstoffen für den Innenausbau, Meterstäben sowie Hygienepapieren (z.B. Toilettenpapier, Papiertaschentücher) verarbeitet. Holz, das aufgrund seiner Beschaffenheit nicht sägefähig ist, wird an Privatpersonen als Brennholz verkauft.

Ein knappes Drittel des Holzes vom Bammertsberg wird nach China exportiert, da es bei uns in Deutschland zu wenige spezialisierte Laubholzsägewerke gibt. Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft ist weltweit nachgefragt – und mit dem PEFC-Zertifikat hat der Gemeindewald Bammental ein echtes Öko-Siegel.

„Der Holzbedarf der wachsenden Menschheit steigt laufend – und die Bevölkerung verzichtet nicht auf diesen Rohstoff. Wir Försterinnen und Förster legen großen Wert darauf, Holz naturverträglich und nachhaltig zu ernten. Unser Holz kann im Gegensatz zu im Urwald durch Raubbau oder naturfernen Plantagen gewonnenem Holz mit gutem Gewissen zu Möbeln, Papier oder anderen nützliche Dingen weiter verarbeitet werden“, verweist Förster Reinhard auf die hohen Standards im deutschen Forstsektor.

Quelle:Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis

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