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Samstag, Dezember 13, 2025
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Haarausfall – warum werden Köpfe kahler?

Ein „Bad Hair Day“ kann jedem passieren. Wie viel Bedeutung dem Haupthaar in Sachen Schönheit, aber auch allgemeinem Wohlgefühl zugemessen wird, zeigt sich unter anderem daran, dass der englische Ausdruck mittlerweile im deutschen Sprachgebrauch angekommen ist. Wörtlich übersetzt heißt er schlicht, schlechter Haartag. Wenn die Frisur nicht sitzt, die Locken schlapp machen oder die Mähne sich lichtet, sind das Probleme, die oft mit einem Schulterzucken und einem flotten Spruch abgetan werden können. Doch es können auch ernsthaftere Ursachen zu Stress rund ums Haupthaar führen.

Ein gewisser Haarausfall ist normal. Jedes Haar hat seinen eigenen Wachstumszyklus, auf den eine Ruhephase und schließlich das Abstoßen folgen. Doch wenn pro Tag mehr als 100 Haare auf dem Kopfkissen, in der Bürste oder im Duschabfluss landen, hat das möglicherweise noch andere Ursachen.

In den meisten Fällen ist Haarausfall erblich bedingt. Glatzen oder Halbglatzen stehen einem beachtlichen Teil der Männer in Deutschland bevor. Dabei neigen vor allem Weiße dazu, kahl zu werden. Bei rund 80 Prozent der über 70-Jährigen hat sich der Ansatz weit nach hinten verschoben oder ganz verabschiedet. Der genetisch bedingte Haarausfall fängt dabei häufig schon früh an. Bei den 30-Jährigen sind rund 30 Prozent von sich lichtendem Haar betroffen.
Die lange als Trost für Männer geltende These, dass zu viel Testosteron eine Glatze verursacht, hat sich inzwischen als nicht ganz richtig erwiesen. Verantwortlich ist das von einem Enzym geregelte aktive Stoffwechselprodukt Dihydrotestosteron, das bei androgenetischem Haarausfall die Follikel schrumpfen lässt, bis nichts mehr nachwachsen kann.

Sobald sich Anzeichen zeigen, können diverse Hausmittel gegen Haarausfall einen Versuch lohnen. Masken aus Ei oder Hefe, die aus wenigen Zutaten selbst angemischt werden, sind eine populäre Möglichkeit. Gesunde Ernährung kann ebenfalls helfen, die Haargesundheit zu stärken. Vitamine und Spurenelemente sind die Bausteine, die der Körper auch dafür braucht. Gegebenenfalls kann eine Blutanalyse helfen, Mangelerscheinungen festzustellen und entsprechend die Diät zu ändern und durch Nahrungsergänzungsmittel zu vervollständigen.

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Erblich bedingter Haarausfall äußert sich am Anfang bei Männern oft durch Geheimratsecken. Bei Frauen wird es eher um den Scheitel herum dünner.

Gesundheitliche Probleme können ebenfalls dahinterstecken, wenn die Haardecke leidet. Diffuser Haarausfall, bei dem die Decke dünner wird, ohne dass deutliche kahle Stellen auftreten, ist meist umkehrbar. Die häufigsten Auslöser sind Stress, Hormonstörungen, Fehlernährung, Verletzungen, psychische Probleme oder physische Krankheiten. Wird die Ursache erfolgreich behandelt, wachsen die Haare zumeist nach. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Kopfhaut nicht vernarbt ist. Ein Hautarzt kann das feststellen.

Herdförmiger Haarausfall nach Infektionen der Haut äußert sich meist durch Juckreiz oder Schmerz in Verbindung mit kahlen Stellen. Eitrige Haarbalgentzündungen oder Pilzinfektionen gehören zu den möglichen Auslösern.

Alopezie ist der Sammelbegriff für permanenten Haarverlust. Kreisrunde kahle Stellen sind am weitesten verbreitet, aber auch komplette Haarlosigkeit am gesamten Körper ist möglich. Rund ein Drittel aller Frauen bekommen es laut einer Harvard Health Studie im Laufe ihres Lebens mit der einen oder anderen Form der Krankheit zu tun. Hormonschwankungen, Autoimmunerkrankungen oder Stress gelten als häufige Auslöser.

Eine prominente Patientin in den 1990er Jahren war Prinzessin Caroline von Monaco. In jüngerer Zeit hat vor allem die Alopezie von US-Schauspielerin Jada Pinckett Smith Schlagzeilen gemacht. Sie leidet seit Jahren unter der Krankheit und hatte bei der Oscar-Verleihung 2022 offen ihre Glatze zur Schau gestellt. Als Moderator Chris Rock eine Bemerkung über ihre Frisur machte, stürmte ihr als bester Schauspieler nominierter Ehemann Will Smith auf die Bühne und ohrfeigte Rock vor laufenden Kameras.

Dass das Thema Alopezia so drastisch in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt wird, ist selten. Die meisten der betroffenen Frauen verschweigen ihre Situation oder greifen zu Perücken. Jada Pinckett Smith hatte lange Zeit Turbane bevorzugt, ehe sie den Mut zur nackten Kopfhaut bewies.

In rund 80 Prozent aller Fälle wachsen die Haare nach einiger Zeit von selbst wieder nach. Jada Pinckett Smith kann mittlerweile wieder eine Kurzhaarfrisur tragen. In den restlichen 20 Prozent aller Alopezien ist eine Umkehr allerdings sehr fraglich. Obwohl es etliche Behandlungsansätze gibt, gibt es bislang noch keine wissenschaftlich als erfolgreich erwiesene Therapie.

Arzneimittel, Vergiftungen, Autoimmunerkrankungen, fieberhafte Infektionen wie Grippe, oder auch Pflegefehler vom Bleichen bis zur Hitzebehandlung können die Haargesundheit beeinträchtigen.

Medizinische Untersuchungen sollten im Zweifelsfall nicht auf die lange Bank geschoben werden, wenn der Haarausfall sich nicht mit Hausmitteln aufhalten lässt oder noch andere Symptome hinzukommen. Wann und unter welchen äußeren Umständen das Haar angefangen hat, verstärkt auszufallen, kann bei der Diagnose eine wichtige Rolle spielen.

Das gilt sogar dann, wenn der Patient sich selbst im wahrsten Sinne des Wortes die Haare ausgerauft hat. Nervosität und psychische Störungen können zu allerlei Begleiterscheinungen führen.

Sollte sich die Besorgnis um die Haarpracht als unbegründet und reiner „Bad Hair Day“ entpuppen, ist ein potenziell großer Stressfaktor beseitigt. Gibt es allerdings ernsthaftere Gründe für Haarausfall, sind eine frühe Diagnose und Behandlung stets die beste Lösung.

Foto: Symbolfoto by kalhh from Pixabay

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