
Neuf Brisach ist eine Gemeinde mit weniger als 2000 Einwohnern in der Nähe von Colmar. Erbaut wurde die Stadt im 18. Jahrhundert als Festungsanlage von Sebastien de Vauban, der zahlreiche solcher Befestigungen in Frankreich errichten ließ. Sie ist geometrisch als Achteck angelegt und der Stadtkern wird von zwei Mauern umfasst. Der innere Wall besteht aus Kasematten, also Räumlichkeiten in der Festungsmauer. Wie andere Vauban Städte gehört auch Neuf Brisach zum UNESCO Weltkulturerbe.

Um dieses schlafende Erbe nutzbar zu machen, wurde 2018 das Museum für Urban Art und Street Art (MAUSA) eröffnet. Auf einer Fläche von 1.200 qm wird dort Kunst präsentiert. Dabei wird je ein Raum einem Künstler zur Verfügung gestellt, der dann absolut freie Hand hat wie er ihn gestalten will.


Die Künstler kommen nicht nur aus Frankreich, sondern es sind große Namen aus aller Welt, so z.B. Dotmaster aus Großbritannien, Eddie Colla aus den USA oder Isaac Cordal aus Spanien, um nur einige zu nennen. Die Themen sind sehr breit gestreut. Es sind manchmal humoristische Graffitis, anspruchsvolle Kunst, die mit Licht und Perspektive spielt oder aber auch politische Themen.

Da die gesamte Fläche noch lange nicht ausgeschöpft ist, wächst das Museum stetig und man kann bei jedem Besuch etwas Neues entdecken. Das MAUSA hat seit Neustem auch eine Außenstelle in Bitche in Lothringen.

Das MAUSA ist ein unglaublich spannendes Museum, weil es sich entwickelt und wächst und vor allem auch angestaubte Kulturbegriffe in Frage stellt. Im zweiten Weltkrieg wurden die Kasematten als Bunker genutzt. In einigen Räumen finden sich daher auch Graffitis von Kindern und Jugendlichen von damals.








