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Freitag, Januar 23, 2026
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Das Land der Katharer – Wein und Geschichte

Ausflüge in den Pyrenäen

Die Katharer waren eine religiöse Bewegung im Mittelalter, die hauptsächlich im Südwesten Frankreichs ansässig waren, primär in der Gegend zwischen Narbonne und Toulouse. Daher nennt man diese Region auch heute noch das „Land der Katharer“. Viel schöner geht es bei diesem verregneten Sommer 2025 nicht mehr: die Region hat etwa 300 Sonnentage im Jahr. Das hat leider auch seine Kehrseite, denn nach der letzten Dürreperiode tobten dort furchtbare Waldbrände.

Limoux

Als Ausgangspunkt eignet sich Narbonne, ein hübsches Städtchen, das immer einen Besuch wert ist. Man kann sich dort in einem der vielen kleinen Bistrots in oder um die Markthalle herum stärken. Von Narbonne aus ist das erste Ziel die Abteil von Fontfroide. Die Zisterzienser Abtei aus dem 12. Jahrhundert dürfte weltweit die wohl größte und am besten erhaltene Anlage ihrer Art sein. Besonders beeindruckend sind der romanische Kreuzgang und die Abteikirche. Aber auch die Gartenanlagen geben eine gute Auskunft darüber, wie wichtig die Selbstversorgung vor allem mit Heilkräutern im Mittelalter war. Im Sommer finden abends in der Abtei klassische Konzerte statt.

Von Fontfroide geht es nach Limoux. Vielleicht sagt der Name dem ein oder anderen etwas, denn in Limoux wurde im 16. Jahrhundert von Mönchen der Schaumwein erfunden. Der wird bis heute noch unter der Bezeichnung Blanquette de Limoux hergestellt oder aber in der edleren Variante als Cremant de Limoux.

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Blanquette de Limoux

Limoux selbst ist eine Stadt mit etwa 10.000 Einwohnern. Leider hat hier das Innenstadtsterben voll eingesetzt und das Zentrum ist leider ziemlich tot. Um den historischen Place de Republique haben sich jedoch zahlreiche Restaurants angesiedelt, die von Burger über Pizza bis hin zur klassischen Bistro-Küche alles anbieten. Hier merkt man dann schon, dass man in der Provinz ist, denn das klassische drei Gänge Menü gibt es hier schon für 20 Euro.

Menü

Obschon Limoux eine kleine Stadt ist, hat es drei Museen zu bieten. Das kleine Kunstmuseum zeigt hauptsächlich Bilder vom Alltagsleben in Limoux im 19. Jahrhundert.

Kunstmuseum Limoux

Das Piano-Museum ist vor allem deshalb interessant, weil es dort abends oft sehr schöne Klavierkonzerte gibt. Ein sehenswertes Kuriosum ist das Museum für musikalische Spielautomaten, das in einer alten Fabrik aus den 30er Jahren untergebracht ist. Hier werden musikalische Spielautomaten von Hand mit viel Liebe zum Detail hergestellt und die schönsten Exemplare werden ausgestellt.

Museum für Spielautomaten, Limoux

Einen Besuch wert sind auch die Kirchen Notre-Dame de Marceille und St. Martin. Erstere (aus dem 14. / 15. Jahrhundert) war eine Wallfahrtskirche, da eine Quelle auf dem Grundstück angeblich Augenleiden heilen konnte. Wie ich es in letzter Zeit bei Kirchen leider so häufig erlebt habe, haben die tatsächlichen Öffnungszeiten nichts mit den angegebenen zu tun. In der Kirche herrscht übrigens strengstes Fotografierverbot. St. Martin aus dem 12. Jahrhundert hat eine kuriose Geschichte: sie war im 14. Jahrhundert exakt 1 Jahr lang Bischofskirche. Der Papst hatte es sich anders überlegt. So viel zum Thema Unfehlbarkeit….

Notre Dame St. Marceille
St. Martin

Von Limoux ist es nur einen Katzensprung nach Alet-les-Bains. Die Siedlung geht wahrscheinlich auf das 8. Jahrhundert zurück und zwar auf die Gründung einer Abtei. Der Legende nach soll ein Adeliger einen toten Abt ausgegraben haben, um sich von ihm in einer makabren Zeremonie zum neuen Abt küren zu lassen. Die Abtei wurde unter Napoleon geschliffen, der ehemalige Bischofspalast ist heute ein Hotel. Bemerkenswert ist, dass Alet-les-Bains noch als komplett mittelalterliche Stadt erhalten ist. Es ist wie eine Reise zurück in der Zeit.

Pflichtprogramm ist natürlich Carcassonne. Der Erfinder des gleichnamigen Spiels war so von der Stadt und der Region begeistert, dass ihn dies zu seiner Schöpfung inspiriert hat. Die Oberstadt von Carcassonne ist komplett mittelalterlich, aber deutlich größer als Alet-les-Bains. Tatsächlich dient sie auch häufig als Kulisse für Filme die im Mittelalter spielen, so z.B. in Robin Hood. Tipp: es wird extrem voll, daher empfiehlt es sich, möglichst früh zu kommen und zu gehen, wenn die Touristenmassen kommen. Wenn man in Carcassonne ist, sollte man unbedingt in der Brasserie a 4 Temps essen. Das ist die Brasserie eines 2-Sterne Kochs, in der es für kleines Geld große Küchenkunst gibt.

Carcassonne
Aperitif in der Brasserie a 4 Temps
Kunst in Cracassonne

Die Gegend ist vor allem für ihre vielen Abteien und Burgen bekannt. Diese sind zu zahlreich, um sie alle aufzuzählen. Sehenswert ist auf jeden Fall die Abtei von Lagrasse, die heute zum Teil in ein Kultur- und Veranstaltungszentrum umgewandelt wurde. Dort finden wechselnde Ausstellungen statt, aber es gibt auch eine sehr schön Ausstellung zu mittelalterlicher Kunst. Auch Lagrasse hat einen mittelalterlichen Stadtkern.

Abtei Lagrasse
Abtei Lagrasse
Detailansicht Lagrasse
Abtei von Lagrasse

Sehenswert ist auch die Abtei St. Hilaire, wo angeblich der Schaumwein erfunden wurde.

Abtei St. Hilaire
Kreuzgang St. Hilaire

Man kann in Tagesausflügen in die Pyrenäen eine Vielzahl von Burgen besichtigen. Aber Obacht: die Gegend ist sehr dünn besiedelt und man sollte sicherstellen, dass man genug Tiger im Tank hat, denn Tankstellen gibt es dort keine. Eine kleine, aber sehr gut erhaltene Burganlage ist das Chateau d’Arques.

Chateau d’Arques

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