Rückzug aus Social-Media – Tour durch die demokratische Republik? – Umstrittene Journalistin Dunja Hayali hält Vortrag in Wiesloch
Mit „Save the Date.. und, der Vorverkauf läuft bereits“ bewirbt die Stadt Wiesloch bei Facebook: Am 24. Oktober im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums der Stadtbibliothek einen Vortrag mit Dunja Hayali und dem Titel „Demokratie: Wie wollen wir zusammen leben?“.
Veranstalter sind die Stadtbibliothek Wiesloch, die MLP Finanzberatung SE und das „Bündnis für Demokratie und Toleranz Wiesloch e. V.“ – der Eintritt kostet 15 Euro.
Kritik an der Berichterstattung von Dunja Hayali
Ihre Berichterstattung über den Mord an dem US-Aktivisten Charlie Kirk, wird vielfach als irreführend und desinformativ kritisiert.
In der ZDF-Sendung „heute journal“ bezeichnete Hayali Kirk als „abscheulich, rassistisch, sexistisch und menschenfeindlich“, obwohl zahlreiche Videos existieren, in denen Kirk aktiv gegen rassistische Stereotype argumentiert und sich freundlich gegenüber Afroamerikanern zeigt. Sie betonte jedoch, dass nichts – auch nicht Kirks umstrittene Äußerungen – die Freude über seinen Tod rechtfertige. Sie verurteilte das Feiern seines Todes als inakzeptabel und rief zu einem respektvollen Umgang auf.
Diese Wortwahl führte zu heftiger Kritik und, wie es heißt, zu Morddrohungen gegen Hayali, was sie dazu veranlasste, sich vorübergehend aus den sozialen Medien zurückzuziehen. Die Debatte über ihre Äußerungen verdeutlicht die Spannungen zwischen Meinungsfreiheit und der Verantwortung von Journalisten, ausgewogen und wahrheitsgemäß zu berichten.
Publizist und Buchautor Henryk M. Broder wirft Hayali einseitige Berichterstattung und Parteilichkeit vor, insbesondere im Kampf „gegen rechts“. Er kritisiert, dass sie politische Positionen stärker vertritt als journalistische Neutralität wahrt. Besonders in der Berichterstattung über Migration, AfD-Wähler und konservative Themen sieht er ein verzerrtes Bild.
Hayali ist kein Einzelfall im ÖRR
Elmar Theveßen, ebenfalls ZDF, ließ in der Berichterstattung den Eindruck entstehen, die USA stünden kurz vor einem faschistischen Umsturz. Solche Zuspitzungen werfen die Frage auf, wie objektiv und sachlich die Berichterstattung öffentlicher Medien noch ist.
Kritiker argumentieren, dass hier weniger eine journalistische Analyse als vielmehr eine politische Inszenierung vorliegt. Theveßen, ZDF-Korrespondent in Washington, behauptete in der Talkshow „Markus Lanz“, der ermordete US-Aktivist Charlie Kirk habe gesagt, „dass Homosexuelle gesteinigt werden müssen“. Diese Aussage wurde von Theveßen in einem ZDF-Podcast wiederholt, was zu erheblicher Kritik führte. Es stellte sich jedoch heraus, dass Kirk lediglich auf eine Bibelstelle verwies, die die Todesstrafe für homosexuelle Handlungen fordert, ohne selbst zu Gewalt aufzurufen. Kirk hatte in einem Video erklärt, dass er diese Stelle zitiere, um zu verdeutlichen, dass die Bibel auch „unbequeme“ Passagen enthalte, und er betonte, dass er nicht für die Umsetzung solcher Strafen plädiere.
Die falsche Wiedergabe von Theveßen führte zu einer breiten Debatte über journalistische Sorgfaltspflichten. Der ehemalige US-Botschafter Richard Grenell forderte sogar die Ausweisung von Theveßen aus den USA. Das ZDF räumte ein, dass Theveßens Aussagen „nicht korrekt“ waren, und bedauerte die ungenaue Darstellung.
Diese Ereignisse werfen Fragen zur Verantwortung der Medien auf, insbesondere wenn es um die Darstellung von Persönlichkeiten mit kontroversen Ansichten geht. Die fehlerhafte Berichterstattung über Charlie Kirk zeigt, wie wichtig präzise und ausgewogene Informationen sind, um Missverständnisse und falsche Eindrücke zu vermeiden.
Der ÖRR steht mehr als je in der Kritik der deutschen Öffentlichkeit. Hayali polarisiert, und das nicht erst seit ihren Aussagen zu Charlie Kirk. Wenn sie und ihr ZDF-Kollege Theveßen sich sozusagen in die Fußstapfen des ehemaligen Spiegel-Redakteurs Claas Relotius begeben und Unwahrheiten verbreiten, dürfen sie sich nicht wundern, dass ihnen ein Sturm der Entrüstung entgegenkommt. Für Relotius bedeutete es das Ende seiner Karriere.
Doch der Schaden lag nicht nur bei ihm, sondern traf die gesamte Branche: Der Begriff „Lügenpresse“ erhielt neue Nahrung, das Vertrauen in die Medien wurde spürbar erschüttert. Fälle wie dieser zeigen, wie gravierend es ist, wenn journalistische Verantwortung vernachlässigt wird – und warum Zuspitzung, Verzerrung oder selektive Berichterstattung langfristige Folgen für die Glaubwürdigkeit ganzer Medienhäuser haben können.
Medien im Vergleich
- Öffentlich-rechtlicher Rundfunk (ZDF): Verteidigt Hayali vehement und spricht von Morddrohungen als Bedrohung der Pressefreiheit. Kritiker bemängeln, dass dabei die Frage der journalistischen Verantwortung ausgeblendet wird.
- Konzernmedien (FAZ, Spiegel, Focus, Stern): Berichten weitgehend neutral, greifen jedoch die Kontroversen um Hayalis Darstellungen auf. Teilweise wird die Frage gestellt, ob die Moderatorin ihrer Informationspflicht nachgekommen ist.
- Alternative Medien (Peter Hahne, Roland Tichy, NIUS): Betonen die einseitige Darstellung durch Hayali und Theveßen und warnen vor einer wachsenden Verzerrung öffentlicher Narrative durch politische Voreingenommenheit. „Im Kampf gegen Rechts nimmt Hayali es mit der Wahrheit nicht allzu genau, wie NIUS an zahlreichen Beispielen aufzeigen kann“.
Kritik an Solidaritätskampagnen
Petitionen und Solidaritätsbekundungen für Hayali stoßen auf Widerstand.
Rechtswissenschaftler Professor Martin Schwab betont, dass Morddrohungen und Hass im Netz niemals akzeptabel seien. Gleichzeitig kritisiert er die Doppelmoral vieler Unterstützer, die Hayalis eigene problematische Berichterstattung völlig ausblenden. Schwab warnt davor, dass Gewaltfantasien als politische Waffe Normalität werden könnten und dabei die Debatte über Überwachung und digitale Kontrolle verdrängt wird. „Diese Petition verdient keine Unterstützung, weil sie die Hetze, die Dunja Hayali ihrerseits posthum gegen Charlie Kirk verbreitet hat, komplett ausblendet und daher von Doppelmoral kündet.“ so Schwab.
Peter Hahne ehemaliger ZDF-Moderator, kritisiert insbesondere die Täter-Opfer-Umkehr und bezeichnet die Berichterstattung deutscher Leitmedien als „böswillig, menschenverachtend und infam“. Er schreibt: „Zum Leben gehören Wahrheit, Fairness, Respekt und Menschenwürde. All das ist Charlie Kirk genommen worden. Durch (vor allem) deutsche Medien. Und dazu darf man nicht schweigen.“
Reaktionen in Wiesloch
Auf Facebook reagierten Bürger und Bürgerinnen bereits kritisch auf die Ankündigung:
- „Hab die schon im aktuellen Sportstudio nicht gut gefunden“
- „15€ kann man sicher besser investieren“
- „Muß ich unbedingt verpassen“
- „Im Gegensatz zu ihrem Hauptberuf beim Zwangsgebühren Sender steht es uns frei nicht hin zu gehen und nicht zu zahlen.“
Diese skeptische Haltung spiegelt eine wachsende öffentliche Skepsis gegenüber medialen Leitfiguren wider, die sich zunehmend politisch positionieren.
Die Stadt reagiert mit folgendem Kommentar zur Kritik ihrer Bürger: „Kaum veröffentlichen wir den Beitrag, geht es schon los hier… Also nochmal für alle, haltet euch an unsere Netiquette. Wenn nicht, löschen wir Kommentare und sperren durchaus auch dauerhaft Kommentierende. Könnt ihr alles nachlesen.“
Kommentar dazu: Der Kommentar signalisiert in erster Linie Abwehr und Kontrolle, statt auf die inhaltliche Kritik der Bürger einzugehen. Dabei wäre die Veranstaltung eine gute Gelegenheit gewesen, Dialog und Austausch zu fördern, gerade wenn es um ein kontroverses Thema wie Medienkritik und Demokratie geht. Die Stadt verpasst die Chance, aus einem kontroversen Thema eine lebendige Debatte zu machen, die Bürger einbindet, Transparenz demonstriert und die Demokratie in der Praxis erlebbar macht.
Fazit
Der Vortrag von Dunja Hayali in Wiesloch ist mehr als eine Kulturveranstaltung. Er steht symbolisch für die Frage nach Objektivität in den öffentlich-rechtlichen Medien und die Verantwortung von Journalisten. Kritiker fordern, dass echte Debatten über Demokratie nur dann glaubwürdig sind, wenn auch alternative Stimmen eingeladen werden. Ob der Abend ein offenes Gespräch ermöglicht oder zur Selbstdarstellung einer medialen Leitfigur wird, dürfte sich am 24. Oktober zeigen.
Quellen und weiterführende Informationen
Medienberichte zur Person Hayali
TE: Mediale Doppelstandards: Hayali wird hofiert, Ruhs zum Abschuss freigegeben
NIUS: Diffamierung, Irreführung, Antisemitismus: Die Akte Dunja Hayali
NIUS: Der menschliche Abgrund der Dunja Hayali
Spiegel: ZDF: Dunja Hayali macht nach Shitstorm wegen Kirk-Anmoderation Onlinepause
TAZ: Dunja Hayali zieht sich vorerst aus Öffentlichkeit zurück
FAZ: Dunja Hayali macht nach Morddrohungen Social-Media-Pause
Stadt Wiesloch: 50 Jahre Stadtbibliothek: Vortrag von Dunja Hayali
Informationen zum Veranstalter
Das Bündnis (demokratie-wiesloch.de) versteht sich als überparteilicher Verein — in der Praxis sind aber sowohl bei der Gründung als auch bei aktuellen Aktivitäten und im Vorstand Vertreter mehrerer lokaler Parteien und Gemeinderatsfraktionen beteiligt oder unterstützen das Bündnis. Der Verein wurde im Oktober/November 2018 gegründet; zur Gründung werden als aktive Initiatoren bzw. Mitwirkende Dr. Lars Castellucci (SPD), Adrian Seidler (CDU) und Jan-Peter Oppenheimer (SPD) genannt. Thorsten Krings (FDP) war Co-Vorsitzender. Neben Veranstaltungen wie Internationale Wochen gegen Rassismus Wiesloch hat der Verein es sich zur Aufgabe gemacht, Demonstrationen gegen rechts zu veranstalten. Gemeinsam mit Vertretern von Gewerkschaften, Fridays for Future und Antifa sowie der Stadt wurden in den letzten Jahren zahlreichen Demonstrationen und Gegendemonstrationen organisiert und durchgeführt. Oder man setzt „Zeichen“ durch Bodenaufkleber gegen Rassismus. Zu den zentralen Projekten des Bündnisses gehört aktuell der Internationale Kräutergarten im Stadtwingert Wiesloch. Nach eigenen Angaben organisiert der Verein Veranstaltungen wie Kundgebungen, Workshops und Lesungen, die sich mit Themen wie Demokratie, Toleranz, Verschwörungstheorien und sozialer Ungleichheit auseinandersetzen. Das Bündnis ist Mitinitiator der „Partnerschaft für Demokratie Wiesloch„, die 2019 durch die Stadt Wiesloch und den Verein ins Leben gerufen wurde. Diese Partnerschaft ist Teil des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und zielt darauf ab, lokale Strategien zur Förderung von Demokratie und Vielfalt zu entwickeln und umzusetzen.
Informationen Stadt Wiesloch
Wiesloch ist eine Stadt mit rund 27.000 Einwohnern im nördlichen Baden-Württemberg, etwa 13 km südlich von Heidelberg. Die Stadt Wiesloch engagiert sich für kulturelle und bildungsbezogene Veranstaltungen in der Region. Sie betreibt unter anderem die Stadtbibliothek und fördert Bürgerbeteiligung, Kulturprojekte und lokale Initiativen zu Demokratie und Toleranz. Im September 2023 erlangte Wiesloch traurige bekanntheit ale ein psychisch kranker Patient des PZN aus der Einrichtung floh und eine junge Frau in der Innenstadt mit einem Messer bestialisch erstach.
Informationen MLP Finanzberatung SE
Die MLP Finanzberatung SE mit Sitz in Wiesloch ist ein führendes deutsches Finanzberatungsunternehmen. Sie war zwischen 2001 und 2003 Mitglied des DAX 30, dem Index der 30 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland. Neben ihrer Geschäftstätigkeit unterstützt MLP regionale Bildungs- und Kulturprojekte und engagiert sich für gesellschaftliche Initiativen, etwa im Bereich Demokratie und Gemeinwohl.
Folgendes könnte Sie auch interessieren:
Empfehlung der RED.: Leser sollten die genannten Quellen (z. B. NIUS, FAZ, YouTube-Videos) prüfen, um die Vorwürfe gegen Hayali und die Berichterstattung über Kirk selbst zu bewerten. Eine Teilnahme am Vortrag in Wiesloch könnte helfen, Hayalis Position direkt zu hinterfragen und die Debatte über Demokratie und Medienverantwortung vor Ort zu erleben.
Anm. d. Red.: Für eingereichte oder namentlich gekennzeichnete Beiträge sind die Autoren verantwortlich. Form, Stil und Inhalt liegen allein in der Verantwortung des Autors. Die hier veröffentlichte Sichtweise kann daher von der Sichtweise der Redaktion oder des Herausgebers abweichen.




