Unsere Redakteurin Sarah macht den Selbstversuch
Es gibt diese Momente in der Küche, da frage ich mich ehrlich: Geht das nicht auch einfacher? Weniger Fett, weniger Spritzer, weniger Chaos auf dem Herd? Genau mit dieser Frage bin ich – leidenschaftliche Hobbyköchin und bekennender Pfannenfan – in meinen Selbstversuch gestartet. Auf dem Prüfstand: ein Bratpulver namens „Paudar“, das verspricht, komplett ohne klassisches Öl auszukommen.
Spoiler vorweg: Ganz so verrückt, wie es klingt, ist es nicht.
Erster Eindruck: Pulver statt Ölflasche
Beim Auspacken war ich erstmal skeptisch. Statt einer Ölflasche steht da eine Dose mit Dosiervorrichtung – eher wie ein Gewürzstreuer. Die Anwendung klingt simpel: Pulver direkt aufs Bratgut streuen oder in die heiße Pfanne geben. Kein Abmessen, kein Kleckern.
Also Pfanne vorheizen, Hähnchenbrust vorbereiten, Dose gezückt – und los.
Das Pulver schmilzt tatsächlich in der Pfanne und bildet kleine Fetttröpfchen. Kein Zischen wie bei zu viel Öl, kein Spritzen. Für mich, die schon öfter heiße Ölspritzer abbekommen hat, ein echter Pluspunkt.
Der Geschmackstest: Vier Sorten im Einsatz
Für meinen Test standen vier Varianten zur Verfügung:
- Salz + Chili
- Salz + Knoblauch
- Salz + Pfeffer
- Kräuter + Knoblauch
Ich habe mich bewusst durch verschiedene Gerichte gekocht, um ein Gefühl für die Einsatzmöglichkeiten zu bekommen.
Hähnchen mit Salz + Chili

Hier zeigt das Pulver für mich direkt, was es kann. Ich habe das Hähnchen ganz schlicht vorbereitet – kein vorheriges Marinieren, kein Einlegen, einfach nur das Bratpulver drauf und ab in die Pfanne. Schon beim Anbraten fällt mir auf, wie gleichmäßig sich die Hitze verteilt. Es zischt leicht, aber längst nicht so aggressiv wie bei Öl.
Die Schärfe entwickelt sich beim Braten langsam und angenehm. Nichts brennt an, nichts wird bitter. Stattdessen entsteht eine feine, leicht pikante Kruste, die richtig Lust auf den ersten Bissen macht. Innen bleibt das Fleisch saftig, außen bekommt es genau die Bräune, die ich mir wünsche.
Was mich wirklich überrascht: Der Geschmack wirkt, als hätte ich das Hähnchen vorher stundenlang mariniert. Für ein spontanes Gericht ist das schon ziemlich stark.
Champignons mit Kräuter + Knoblauch

Bei Champignons bin ich ehrlich gesagt immer vorsichtig, weil sie sich schnell mit Fett vollsaugen. Genau das wollte ich hier vermeiden – und das klappt erstaunlich gut.
Ich gebe die Pilze direkt mit dem Pulver in die Pfanne, und statt im Fett zu „schwimmen“, garen sie eher in ihrem eigenen Saft. Das Ergebnis: Sie bleiben schön bissfest und saftig, ohne dieses schwere Mundgefühl, das ich von klassisch gebratenen Pilzen kenne.
Die Kombination aus Kräutern und Knoblauch entfaltet sich dabei richtig angenehm. Nicht zu aufdringlich, sondern eher so, als hätte ich frische Kräuter darüber gestreut.
Gerade hier merke ich den Unterschied besonders deutlich: Der Eigengeschmack der Champignons bleibt im Vordergrund – und wird nicht vom Fett überlagert.
Lachsfilet mit Salz + Pfeffer

Beim Lachs war ich am kritischsten. Fisch verzeiht nicht viel – zu heiß, zu fettig, zu trocken, und schon ist es vorbei. Deshalb war ich gespannt, ob das Pulver hier wirklich mithalten kann.
Ich lege das Filet auf die Hautseite in die Pfanne und lasse es in Ruhe. Was sofort auffällt: Es spritzt nichts. Kein Fett, das hochschießt – allein das macht das Braten deutlich entspannter.
Nach ein paar Minuten bildet sich tatsächlich eine schöne, knusprige Haut. Genau so, wie ich sie haben will. Das Filet lässt sich gut wenden, ohne zu kleben, und bleibt innen saftig.
Geschmacklich ist das Ergebnis angenehm pur. Salz und Pfeffer reichen völlig aus, der Fisch steht im Mittelpunkt. Kein fettiger Film, kein „zu viel“ – einfach sauber gebraten.
Pancakes mit Salz + Knoblauch (Experiment!)

Hier war ich einfach neugierig. Pancakes ohne Öl? Und dann noch mit Knoblauch? Ich war mir selbst nicht sicher, ob das eine gute Idee ist.
Ich habe mich bewusst für eine herzhafte Variante entschieden – also kein Zucker im Teig. Beim Ausbacken merke ich sofort: Die Pfanne bleibt erstaunlich sauber, nichts klebt an, nichts zerläuft. Die Pancakes lassen sich problemlos wenden, was ohne Fett nicht selbstverständlich ist.
Der Knoblauch ist dezent, eher im Hintergrund, aber er gibt den Pancakes eine interessante Note. Perfekt zum Beispiel mit Frischkäse oder als Beilage zu etwas Herzhaftem.
Für süße Pancakes würde ich das Pulver nicht verwenden – dafür ist die Würze einfach zu speziell. Aber als herzhafte Alternative fand ich das Experiment überraschend gelungen.
Aber: Ein Blick auf die Inhaltsstoffe
So spannend das Konzept ist – ich habe mir natürlich auch die Zusammensetzung angeschaut. Das Pulver besteht unter anderem aus Palmöl, Salfett und Sonnenblumen-Lecithin.
Ein wichtiger Punkt: Der Anteil gesättigter Fettsäuren ist deutlich höher als bei klassischen Ölen wie Olivenöl. Während Letzteres als vergleichsweise gesund gilt, ist das Bratpulver für mich eher etwas, das ich bewusst einsetze.
Mein Fazit: Spielerei oder echte Alternative?
Nach meinem Selbstversuch steht für mich fest: Das Bratpulver ist mehr als nur ein Küchentrend.
Es ersetzt für mich nicht komplett das klassische Öl – dafür ist es geschmacklich und gesundheitlich zu speziell. Aber es bietet echte Vorteile im Alltag: weniger Sauerei, einfache Handhabung und spannende Geschmacksvarianten.
Besonders überzeugt hat es mich bei schnellen Gerichten und beim Anbraten von Gemüse und Fleisch. Für meine Küche eröffnet es neue Möglichkeiten – und genau das macht es interessant.
Oder anders gesagt:
Ich hätte nicht gedacht, dass ich mal ohne Öl brate – aber ich werde es definitiv wieder tun.
Ihr wollt es ausprobieren? Hier könnt ihr die neuste Sorte bequem online bestellen: https://www.qvc.de/paudar-pflanzliches-bratfett
Weiterführende Informationen:
YouTube-Video: Kochstar Christian Rach erklärt „Paudar“
Pressemitteilung über „Paudar“ (PDF)
https://www.ds-group.de/wp-content/uploads/2022/01/pressemitteilung_paudar.pdf
Informationsartikel von „Business Insider“
https://www.businessinsider.de/gruenderszene/food/paudar-bratpulver-alternative-zu-oel-dhdl
