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Sonntag, März 15, 2026
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Der Yarrellzeisig: Eine Rarität ist im Zoo Heidelberg geschlüpft!

Aus dem Schatten ins Rampenlicht: Yarrellzeisig im Zoo Heidelberg

Der südamerikanische Yarrellzeisig ist gefährdet, seine Bestände in der Natur gehen weiter zurück. Im vergangenen Jahr ist der Zoo Heidelberg als

aktuell einziger Zoo außerhalb Südamerikas in die Haltung dieser Art eingestiegen. Inzwischen sind die ersten Jungvögel geschlüpft. Die Geschichte des Yarrellzeisigs steht beispielhaft für viele kleine, unscheinbare Vogelarten, denen der Zoo Heidelberg eine stärkere öffentliche Aufmerksamkeit verschaffen möchte.

Inzwischen können die Jungvögel bereits fliegen. (Foto: Zoo Heidelberg)

Bedrohte Art aus Südamerika

Der Yarrellzeisig ist ein kleiner Singvogel aus Brasilien und Venezuela. Er zeichnet sich durch seinen melodischen Gesang und sein auffälliges Gefieder aus – Eigenschaften, die ihm in der Natur zunehmend zum Verhängnis werden. Intensive Wilderei und illegaler Handel setzen den Beständen stark zu. Hinzu kommt der Verlust geeigneter Lebensräume durch Abholzung und landwirtschaftliche Nutzung.

Nach aktuellen Schätzungen leben in freier Wildbahn nur noch etwa 6.000 bis 15.000 Individuen, mit weiter sinkender Tendenz. Aufgrund dieser Entwicklung wird die Art von der Weltnaturschutzunion (IUCN) als gefährdet eingestuft.

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Einziger Zoo außerhalb Südamerikas

„Wir sind aktuell der einzige Zoo außerhalb Südamerikas, der diese Art hält“, erklärt Joshua Förg, Kurator für Vögel, Reptilien und Amphibien im Zoo Heidelberg. Im Frühjahr 2025 übernahm der Zoo zwei Paare von einem sachkundigen Privathalter.

Mitte Dezember legte eines der Paare erstmals Eier. Zum Jahreswechsel schlüpften die Jungvögel und konnten erfolgreich aufgezogen werden. Mittlerweile sind die beiden jungen Zeisige flügge, weitere Eier wurden bereits gelegt, sodass erneut Nachwuchs erwartet wird.

Die Geburt der Jungvögel war eine kleine Sensation. (Foto: Zoo Heidelberg)

Meilenstein für die ex situ-Population

„Diese erfolgreiche Aufzucht ist das Ergebnis akribischer Vorbereitung durch die Tierpfleger: Angefangen bei der richtigen Ernährung über ein geeignetes Umfeld bis hin zur täglichen Beobachtung und Dokumentation aller Parameter“, berichtet Revierleiter Leonhard Aistleitner. „Für uns ist es ein Meilenstein, um für diese Art langfristig einen stabilen Bestand in menschlicher Obhut (ex situ) aufzubauen.“

Mit dem klar formulierten Ziel, die ex situ-Population des Yarrellzeisigs zu stabilisieren, plant der Zoo Heidelberg künftig eine Zusammenarbeit mit weiteren zoologischen Einrichtungen und fachkundigen Privathaltern.

Die beiden Jungvögel in ihrem Nest. (Foto: Zoo Heidelberg)

Mehr Sichtbarkeit für unscheinbare Arten

„Es gibt zahlreiche unscheinbare Arten wie den Yarrellzeisig, die in der Natur unter Druck stehen und künftig eine größere Plattform brauchen“, betont Förg. „Auch sie benötigen unseren Einsatz, um nicht vollständig von der Bildfläche zu verschwinden.“

Derzeit leben die Yarrellzeisige noch hinter den Kulissen. Ab März wird die südamerikanische Zeisigart jedoch in der Fasanerie zu sehen sein. Besucher können die Vögel dort zum Saisonstart erstmals beobachten und mit etwas Glück den melodischen Gesang des Männchens hören.

Text und alle Fotos: Zoo Heidelberg

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