StartAktuell HeadlineZweitklässler bewirbt sich bei der Stadt als Spielplatzprüfer

Zweitklässler bewirbt sich bei der Stadt als Spielplatzprüfer

Siebenjähriger bewirbt sich als Spielplatzprüfer bei der Stadt Sinsheim

Eine Stellenausschreibung im Sinsheimer Stadtanzeiger sorgte für Begeisterung im Kinderzimmer: „Die Stadt Sinsheim sucht einen Spielplatzprüfer.“ Für den siebenjährigen Micha Ambiel war sofort klar – das ist sein Traumjob. Schließlich kennt er sich mit Klettergerüsten, Rutschen und Co. bestens aus.

In der Personalabteilung der Stadtverwaltung Sinsheim staunte man nicht schlecht, als die Bewerbung einging – ordentlich formuliert, mit Anschreiben und Lebenslauf. Schnell war klar: Diesen außergewöhnlichen Bewerber möchte man persönlich kennenlernen.

Bewerbungsgespräch wie bei den Großen

Gemeinsam mit seinen Eltern und seiner Schwester Mara wurde Micha ins Rathaus eingeladen. Dort erwartete ihn ein echtes Vorstellungsgespräch – ganz formal, wie bei den rund 100 Bewerbungsverfahren, die jährlich bei der Stadt geführt werden.

Empfangen wurde er von Bürgermeister Bernd Kippenhan, Personalabteilungsleiter Ronald Lips, Abteilungsleiter Marcel Arndt, Sandra Albert als Vertreterin des Personalrats sowie Melanie Wricke, Assistentin des Oberbürgermeisters.

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„Wir haben immer wieder gute Bewerbungen“, betonte Lips. „Eine so tolle und ungewöhnliche gibt es aber selten.“

Erstaunlich souverän beantwortete der Zweitklässler die Fragen. Nervosität? Fehlanzeige. Und auch seine Vorstellung vom Berufsalltag eines Spielplatzprüfers war erstaunlich realitätsnah: „Ich kriege gesagt, welchen Spielplatz ich prüfen muss. Dann gehe ich da hin, teste alles, fotografiere davor und danach und schreibe alles auf.“

Bild (Stadt Sinsheim): Aufmerksam und souverän meisterte Micha sein Vorstellungsgespräch.

Einsatz auf der alla hopp!-Anlage

Wie nah Micha damit an der Realität lag, bestätigte Abteilungsleiter Arndt: Der Arbeitstag beginnt um 7 Uhr mit der Einsatzplanung. Anschließend ziehen die Prüfer mit Tablet, Prüfgerät und Protokoll los. Alle Spielplätze im Stadtgebiet werden im Zwei-Wochen-Rhythmus kontrolliert.

Im Anschluss an das Gespräch durfte Micha sein Können direkt auf der alla hopp!-Anlage Sinsheim unter Beweis stellen. Gemeinsam mit den städtischen Spielplatzprüfern Tim Schuchmann und Jochen Kaiser ging es – natürlich mit Sitzerhöhung im Dienstfahrzeug – zum Praxiseinsatz.

Bestens ausgestattet mit leuchtgelber Matschhose, festem Schuhwerk und einer Warnweste, die ihm Arndt überreichte, prüfte Micha Schrauben, kontrollierte Holzbalken auf Schäden und lernte spezielle Prüfgeräte kennen. Mit einem Metallstab wird etwa getestet, ob Kettenösen eng genug sind, damit sich keine Finger einklemmen können. Für Rutschen gibt es eigene Messgeräte, um sogenannte Fangstellen auszuschließen.

Das Ergebnis der Inspektion: Alles in bester Ordnung.

Mehr als nur Klettern

Schnell wurde deutlich, dass Spielplatzprüfer weit mehr tun als Probeklettern. Kleinere Reparaturen erledigt das Team direkt vor Ort, größere Arbeiten übernimmt die Bauhofwerkstatt. Auch die Vorbereitung neuer Spielgeräte gehört zum Aufgabenbereich.

Große Augen machte Micha, als er einen Katalog mit Spielgeräten durchblätterte und Preise schätzen durfte. Einen Kletterturm veranschlagte er auf 10.000 Euro – tatsächlich kostet ein solches Gerät etwa doppelt so viel.

Für Micha steht dennoch fest: Das Wichtigste auf einem Spielplatz sind die Klettergerüste.

Ein besonderer Tag für alle Beteiligten

Auch Oberbürgermeister Marco Siesing, der Micha auf der alla hopp!-Anlage begleitete, zeigte sich beeindruckt: „Wenn jemand in diesem Alter Interesse an der Arbeit bei der Stadt zeigt, unterstützen wir das natürlich sehr gerne.“

Nach getaner Arbeit übergab Micha die Warnweste feierlich an seine Eltern, erklärte den Arbeitstag für beendet – und stürmte gemeinsam mit seiner Schwester die Spielgeräte. Schließlich darf ein Siebenjähriger auch einfach nur Kind sein.

Vorerst genießt Micha noch die restlichen Ferientage. Doch im Rathaus ist man sich sicher: Sollte sein Weg nach der Schulzeit tatsächlich zur Stadt führen, wird man ihn dort mit offenen Armen empfangen.

Text und Foto: Stadt Sinsheim

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