Ein kurzer Sprint über den Rasen, ein Sprung in den Baum – Eichhörnchen gehören für viele längst zum Alltag im Garten. 2026 rückt das Tier nun besonders in den Fokus: Es wurde von der Heinz Sielmann Stiftung zum Gartentier des Jahres gewählt.
Damit steht ein Tier im Mittelpunkt, das sich gut an den Menschen angepasst hat. Eichhörnchen leben nicht nur im Wald, sondern zunehmend auch in Parks und Wohngebieten. Gärten bieten ihnen Nahrung und Rückzugsorte – vorausgesetzt, sie sind nicht vollständig „aufgeräumt“.








Ökologisch erfüllen Eichhörnchen eine wichtige Funktion. Sie sammeln im Herbst Nüsse und Samen und verstecken diese an vielen Orten. Ein Teil der Vorräte bleibt ungenutzt. Aus diesen Samen können neue Bäume wachsen. Das Tier trägt so zur Verbreitung von Pflanzen bei.
Gleichzeitig werden geeignete Lebensräume knapper. Viele Gärten bestehen heute aus Rasenflächen, Zierpflanzen und versiegelten Bereichen. Strukturen wie Hecken, alte Bäume oder Laubhaufen fehlen oft. Für Eichhörnchen bedeutet das weniger Nahrung und weniger Schutz.
Die Auszeichnung ist deshalb auch ein Hinweis auf den Zustand vieler Gärten. Naturnahe Flächen können einen Beitrag leisten, Lebensräume zu erhalten. Schon einfache Maßnahmen wie heimische Sträucher, weniger Pflege oder der Verzicht auf Chemie verbessern die Situation. Das Eichhörnchen steht damit stellvertretend für viele andere Arten. Es zeigt, dass selbst kleine Veränderungen im direkten Umfeld Einfluss auf die Artenvielfalt haben können.



Auf dem Foto ist zu sehen, wie ein Eichhörnchen sein Jungtier vorsichtig im Maul trägt und es vom ursprünglichen Kobel – hier in einem Kastanienbaum – in ein neues, größeres Nest bringt. Dieses Verhalten ist typisch: Eichhörnchen bauen mehrere Nester und wechseln diese bei Störungen, Parasitenbefall oder wenn die Jungen wachsen und mehr Platz benötigen. Der Transport erfolgt dabei einzeln, die Jungtiere werden am Nacken gepackt, ähnlich wie bei Katzen. In den ersten Lebenswochen sind sie noch blind und vollständig auf die Mutter angewiesen. Erst nach einigen Wochen öffnen sie die Augen und beginnen später, das Umfeld selbstständig zu erkunden.

Wer Eichhörnchen im Garten unterstützen möchte, muss keinen großen Aufwand betreiben. Entscheidend ist ein möglichst naturnaher Lebensraum: heimische Bäume und Sträucher wie Hasel oder Walnuss liefern Nahrung, dichte Hecken und alte Bäume bieten Schutz. Laub und Totholz sollten nicht komplett entfernt werden, da sie Verstecke schaffen. Auf chemische Pflanzenschutzmittel zu verzichten hilft zusätzlich. In trockenen Sommern können flache Wasserschalen sinnvoll sein, im Winter gelegentlich Nüsse – ungesalzen und naturbelassen – als Ergänzung. Wichtig ist dabei: nicht übertreiben. Eichhörnchen sollen wild bleiben und sich weiterhin selbst versorgen können.
Text & Fotos: Robert Pastor







