Ein Vorfall im Wieslocher WieTalBad wirft zahlreiche Fragen auf und sorgt derzeit für erhebliche Unruhe. Foto- und Videoaufnahmen, die Pressemeier vorliegen, sollen zeigen, wie am Samstagabend (13. Juni) nach Betriebsschluss zwei Nilgänse auf dem Gelände des Freibads getötet und anschließend in Plastiktüten verpackt sowie mit einem weißen Fahrzeug abtransportiert werden.


Was auf den Aufnahmen zu sehen ist, wirft Fragen auf, die bislang unbeantwortet sind.
Augenzeugin alarmiert Naturschutzorganisation und Behörden
Nach Angaben einer Augenzeugin ereignete sich der Vorfall gegen 20.43 Uhr. Die Beobachterin reagierte unmittelbar und informierte zunächst den NABU. Von dort sei sie an die zuständige Behörde verwiesen worden.
Besonders brisant: Nach Darstellung der Zeugin soll die zuständige Jagdbehörde von einer entsprechenden Maßnahme zunächst keine Kenntnis gehabt haben. Sollte sich dies bestätigen, würde sich zwangsläufig die Frage stellen, wer die Tötung der Tiere veranlasst hat und auf welcher rechtlichen Grundlage gehandelt wurde.
Warum mussten die Tiere sterben?
Bislang ist völlig unklar, weshalb die beiden Gänse getötet wurden.
Handelte es sich um eine behördlich angeordnete Maßnahme?
Gab es Beschwerden oder Sicherheitsbedenken?
Lag eine Ausnahmegenehmigung vor?
Oder wurde eigenmächtig gehandelt?
Auf diese zentralen Fragen gibt es derzeit keine öffentlich bekannten Antworten.
Sensibler Zeitpunkt
Der Vorfall ereignete sich mitten in einer Jahreszeit, in der viele Wildvögel brüten oder Jungtiere führen. Gerade deshalb sorgt der Vorgang bei Naturschützern und Bürgern für besonderes Unverständnis.
Sollte es sich um eine genehmigte Maßnahme gehandelt haben, stellt sich die Frage, weshalb diese offenbar nicht transparent kommuniziert wurde. Sollte keine Genehmigung vorgelegen haben, wären die Konsequenzen erheblich.
Stadt und Betreiber stehen nun unter Erklärungsdruck
Der Fall betrifft nicht irgendein Gelände, sondern eine öffentliche Freizeiteinrichtung, die jedes Jahr von Tausenden Besuchern genutzt wird.
Deshalb erwarten viele Bürger nun Antworten:
- Wer hat die Tötung der Gänse angeordnet?
- Wer hat sie durchgeführt?
- Welche Behörde war eingebunden?
- Welche Rechtsgrundlage lag vor?
- Warum wurden die Tiere unmittelbar abtransportiert?
- Wurde die Stadtverwaltung informiert?
- Gibt es weitere vergleichbare Maßnahmen?
Je länger diese Fragen unbeantwortet bleiben, desto größer wird der Eindruck, dass hier etwas geschehen ist, das der Öffentlichkeit bislang nicht erklärt werden soll.
Transparenz statt Schweigen
Fest steht: Zwei Gänse wurden getötet. Dieser Vorgang ist durch Bildmaterial dokumentiert. Unklar bleibt dagegen, ob die Maßnahme rechtmäßig war und wer die Verantwortung trägt. Gerade deshalb besteht jetzt ein erhebliches öffentliches Interesse an einer lückenlosen Aufklärung.
Wir werden bei den zuständigen Stellen anfragen und über deren Antworten berichten. Bis dahin bleibt ein Vorgang, der viele Wieslocher Bürger fassungslos zurücklässt – und eine einfache Frage aufwirft:
Wer hat entschieden, dass die Gänse sterben mussten?
In unserem Fotoarchiv fanden wir Aufnahmen aus dem Jahr 2019 welche die beiden Gänse in friedlicher und freundlicher Symbiose mit den Schwimmbadbesuchern zeige. Keiner der Befragten damals störte sich an der Anwesenheit der beiden tierischen Besucher. Eher im Gegenteil, die Menschen waren amüsiert und erfreuten sich daran, die Tiere zu beobachten.
Die beiden Gänse schwammen eine Bahn im Olympiabecken, watschelten dann am Familienbecken vorbei und legten sich auf die Sonnenwiese. Mindestens sieben Jahre lang hatten die beiden Gänse eine Heimat gefunden in Wiesloch. Bis zum gestrigen Tag.




















