StartAktuellAb 2028 droht vielen Arbeitnehmern ein Netto-Minus

Ab 2028 droht vielen Arbeitnehmern ein Netto-Minus

Steuerentlastung könnte durch höhere Sozialabgaben aufgezehrt werden

Die Bundesregierung plant eine spürbare steuerliche Entlastung für Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Vor allem Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen sollen von den geplanten Maßnahmen profitieren. Neue Berechnungen zeigen jedoch, dass steigende Sozialabgaben die Vorteile der Steuerreform teilweise oder sogar vollständig wieder zunichtemachen könnten.

Zu diesem Ergebnis kommt der Finanzwissenschaftler Frank Hechtner von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet, wurden dabei nicht nur die Auswirkungen der geplanten Steuerentlastungen berücksichtigt, sondern auch die erwarteten Erhöhungen bei den Beiträgen zur Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung.

Weniger Netto trotz Steuerreform

Demnach könnte bereits ein kinderloser Arbeitnehmer mit einem monatlichen Bruttogehalt von 3.000 Euro im Jahr 2028 weniger Geld zur Verfügung haben als heute. Nach den Berechnungen würde sein Nettojahreseinkommen gegenüber 2026 um rund neun Euro sinken.

Mit steigendem Einkommen fällt die Belastung deutlich höher aus. Bei einem Bruttolohn von 6.000 Euro monatlich ergibt sich ein Minus von rund 242 Euro pro Jahr. Wer 6.500 Euro verdient, müsste mit rund 639 Euro weniger rechnen. Bei einem Einkommen von 9.000 Euro brutto monatlich könnte sich der Verlust sogar auf mehr als 900 Euro im Jahr summieren.

Werbung
  • Frieden und Freiheit
  • Pressearbeit PR Agentur RPM
  • RPM! Marketing Kampagne - Ihr Marketing ist zu nett. Wir machen Kampagnen, die verkaufen. Jetzt beraten lassen!
  • Wildkrautbürste für Motorsense

Nicht berücksichtigt ist dabei die Inflation. Real könnte die Kaufkraft vieler Beschäftigter daher noch stärker sinken.

Familien profitieren etwas stärker

Für Familien und Alleinerziehende fällt die Bilanz etwas günstiger aus. Grund dafür sind die geplanten Erhöhungen beim Kindergeld sowie beim Kinderfreibetrag. Das Kindergeld soll in zwei Schritten insgesamt um 13 Euro pro Monat steigen, während der Kinderfreibetrag um 240 Euro jährlich angehoben werden soll.

Dennoch bleiben die Entlastungen überschaubar. Ein Alleinerziehender mit einem Kind könnte laut Berechnungen bei einem monatlichen Bruttogehalt von bis zu 5.500 Euro noch einen kleinen finanziellen Vorteil erzielen. Dieser liegt jedoch maximal bei etwa 25 Euro im Jahr.

Auch Familien mit zwei Kindern profitieren nur begrenzt. Bei einem Haushaltseinkommen von insgesamt 9.000 Euro brutto pro Monat würde das Plus lediglich rund 44 Euro jährlich betragen.

Höhere Beiträge belasten besonders Gutverdiener

Eine wesentliche Ursache für die Entwicklung liegt in den geplanten Anpassungen der Beitragsbemessungsgrenzen für Kranken- und Pflegeversicherung. Diese sollen Anfang 2027 zusätzlich angehoben werden. Dadurch werden größere Teile des Einkommens sozialversicherungspflichtig.

Besonders betroffen sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Einkommen oberhalb der bisherigen Beitragsbemessungsgrenze. Für sie steigen die Abgaben deutlich stärker als für Beschäftigte mit niedrigeren Einkommen.

Zwar wirken sich höhere Sozialbeiträge steuermindernd aus, dieser Effekt reicht jedoch laut den Berechnungen nicht aus, um die zusätzlichen Belastungen vollständig auszugleichen.

Auch die Rentenversicherung wird teurer

Zusätzlichen Druck auf die Einkommen könnte die Entwicklung in der gesetzlichen Rentenversicherung ausüben. Der Beitragssatz soll nach aktuellen Prognosen bis 2028 von derzeit 18,6 auf 19,9 Prozent steigen.

Darüber hinaus plant die Bundesregierung eine sogenannte Kapitalrente. Dafür könnte ab 2028 zunächst ein zusätzlicher Beitrag von 0,5 Prozent des Bruttolohns fällig werden. Langfristig ist sogar eine Anhebung auf zwei Prozent vorgesehen.

Diskussion über tatsächliche Entlastung

Die aktuellen Berechnungen zeigen, dass die angekündigte Steuerreform für viele Beschäftigte deutlich weniger spürbar ausfallen könnte als ursprünglich erwartet. Ob die geplanten Entlastungen am Ende tatsächlich zu mehr Geld im Portemonnaie führen, hängt daher nicht nur von der Steuerpolitik ab, sondern auch von der weiteren Entwicklung der Sozialversicherungsbeiträge.

Quelle: T-Online

Werbung
  • Drohnenführerschein A2
  • Goldankauf Wiesloch
  • Beratung, Konzeption, Strategieentwicklung und Umsetzung.

Werbung

Hier könnte auch Ihre Werbung stehen!

Am beliebtesten

Werbung