Das anhaltende Niedrigwasser auf dem Rhein macht sich inzwischen auch an den Tankstellen bemerkbar. Besonders in den Bundesländern entlang des wichtigen Transportweges liegen die Kraftstoffpreise derzeit über dem bundesweiten Niveau. Das geht aus einem aktuellen Vergleich des ADAC hervor.
Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen besonders teuer
Vor allem Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen fallen beim Blick auf die Kraftstoffpreise auf. Beim Diesel war Nordrhein-Westfalen im Vergleich mit den anderen Bundesländern besonders teuer. Dort kostete der Liter im betrachteten Zeitraum durchschnittlich 2,254 Euro.
Bei Super E10 lag dagegen Hessen an der Spitze. Autofahrer mussten dort durchschnittlich 2,164 Euro je Liter bezahlen.
Der Rhein spielt für die Versorgung der westlichen Bundesländer eine wichtige Rolle. Über die Wasserstraße werden große Mengen an Mineralölprodukten transportiert. Sinkt der Wasserstand, können Schiffe weniger Ladung aufnehmen. Teilweise müssen Transporte anders organisiert werden, was die Versorgung aufwendiger machen kann.
Im Osten und Süden sind die Preise niedriger
Ein deutlich anderes Bild zeigte sich beim Blick auf Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Bayern. Dort waren die Kraftstoffpreise im ADAC-Vergleich vergleichsweise niedrig.
Bei Super E10 lag Mecklenburg-Vorpommern mit 2,078 Euro je Liter an der günstigsten Position. Dahinter folgten Berlin mit 2,081 Euro und Bayern mit 2,087 Euro.
Auch beim Diesel waren diese drei Bundesländer am unteren Ende des Vergleichs. Mecklenburg-Vorpommern kam auf 2,172 Euro, Berlin und Bayern jeweils auf 2,175 Euro je Liter.
Nicht jede Region hängt vom Rhein ab
Ein Grund für die unterschiedlichen Preise ist die jeweilige Infrastruktur. Raffinerien, Tanklager und Transportwege sind regional unterschiedlich aufgestellt. Regionen, die weniger auf Transporte über den Rhein angewiesen sind, bekommen die Auswirkungen des niedrigen Wasserstands entsprechend weniger stark zu spüren.
In Bayern spielt beispielsweise die Versorgung über die Transalpine Ölleitung (TAL) eine wichtige Rolle. Sie ermöglicht den Transport von Rohöl aus dem Süden zu Raffinerien in Bayern und weiteren Regionen.
In Berlin kommt zusätzlich der starke Wettbewerb zwischen den Tankstellen zum Tragen. Die hohe Dichte an Tankstellen kann dazu beitragen, dass Anbieter stärker miteinander konkurrieren und Preise entsprechend unter Druck geraten.
Niedrigwasser ist ein zusätzlicher Preistreiber
Die aktuellen Unterschiede zwischen den Bundesländern fallen laut ADAC stärker aus, als es normalerweise zu beobachten ist. Das zeigt, wie stark regionale Versorgungswege die Preise beeinflussen können.
Das Niedrigwasser ist dabei allerdings nur ein Faktor. Auch die Entwicklung des Rohölpreises, Wechselkurse, Steuern und die allgemeine Marktsituation spielen bei der Preisbildung eine Rolle.
Für Autofahrer bedeutet die derzeitige Situation vor allem, dass sich ein Preisvergleich stärker lohnen kann. Schon wenige Cent Unterschied pro Liter machen bei einem größeren Tankvolumen einen spürbaren Betrag aus.
Wann ist Tanken am günstigsten?
Wer beim Tanken sparen möchte, sollte außerdem auf die Tageszeit achten. Der ADAC empfiehlt, möglichst kurz vor 12 Uhr zu tanken. Zu diesem Zeitpunkt liegen die Preise im Tagesverlauf häufig besonders niedrig.
Rund um die Mittagszeit steigen die Kraftstoffpreise anschließend deutlich an und gehen im weiteren Tagesverlauf meist wieder langsam zurück. Wer flexibel ist und nicht dringend tanken muss, kann diese täglichen Preisschwankungen für sich nutzen.
Wie sich die Situation an den Tankstellen weiterentwickelt, hängt unter anderem davon ab, wie lange die niedrigen Wasserstände am Rhein anhalten und wie sich die internationalen Ölpreise entwickeln.
Text und Grafik: ADAC / Pressemitteilung







