Die Gartenstadt in der Lombardei

Bei Norditalien denkt man an Städte wie Como, Mailand oder Bergamo. Doch Richtung schweizer Grenze liegt ein kleines Juwel, das nur wenige kennen: Varese.
Wer im Geschichtsunterricht aufgepasst hat, weiß vielleicht noch, dass Varese der Ort der Schlacht zwischen Garibaldi und den österreichischen Truppen im Unabhängigkeitskrieg war. Die Stadt ist natürlich viel älter. Das Stadtbild ist daher stark vom Mittelalter und der Neuzeit geprägt. Für die Neuzeit stehen die eleganten Villen mit ihren beeindruckenden Gartenanlagen. Daher trägt Varese auch die Bezeichnung Citta Giardino – also Gartenstadt. Besonders hervorzuheben ist der Palazzo Estense mit seinem Landschaftsgarten. Das Gebäude wird heute als Rathaus genutzt, die Gärten können aber besichtigt werden. Die Villa Panse inmitten einer weitläufigen Parkanalage beherbergt eine Sammlung amerikanischer Kunst. Man muss nicht einmal das Museum besichtigen. Es gibt wenig Schöneres als an einem lauen Frühlingstag einfach durch die Gärten zu schlendern und zu verweilen. Die Stadt selber ist sehr elegant und gepflegt. Sie bietet Cafes, Restaurants und inhaberbetriebene Geschäfte.

Für den Wanderer oder Mountainbiker bietet der Regionalpark Campo dei Fiori zahlreiche schöne Wege. Der Park ist aber auch ein Eldorado für Fans von Lost Places. Hier findet sich eine verlassenen Bergbahn, ein verwaistes Restaurant, eine Erholungsheim und vor allem das aufgegebene Grand Hotel Campo die Fiori, das auch als Kulisse für den Film Suspiria diente. Grundsätzlich gilt: Lost Places dürfen ohne Erlaubnis nicht betreten werden. Zuwiderhandlungen haben in der Regel eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch zur Folge. Das Grand Hotel wird auch bewacht. Ob man es vor Vandalismus schützt, weil man plant, es vielleicht doch noch einmal wiederzubeleben?


Der Sacro Monte di Varese ist ein zwei Kilometer langer Wallfahrtsweg auf dem man vorbei an 14 barocken Kapellen zum Bergdorf Santa Maria del Monte wandern kann. Dort wird man mit einer spektakulären Aussicht belohnt.
Der Lago die Varese ist weniger bekannt als der Lago di Garda oder der Lago di Como. Obschon er auch kleiner ist, bietet er viele Wander- und Wassersportmöglichkeiten. Von Biandronno aus, kann man mit dem Schiff zur Isolino Virginia übersetzen. Die Insel ist bekannt für ihre Pfahlbauten. Aber auch hier kann man ganz einfach die Aussicht bei einem Glas Wein genießen.



Das Museo di Arte Moderna e Contemporanea del Castello di Masnago (Städtisches Museum für moderne und zeitgenössische Kunst) ist in einer historischen Festungsanlage in Varese (Lombardei, Italien) untergebracht. Das Museum vereint bedeutende, profane Freskenzyklen des 15. Jahrhunderts aus der internationalen Gotik mit einer großen Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunstwerke.


In Varese ist auch der Werksverkauf der Nobel Marke Paul & Shark. Früher waren die Preise sehr gut, heute muss man schon Glück haben, um ein Schnäppchen zu finden.
Was Unterkünfte angeht ist von der Villa Cagnola abzuraten. Die Bilder sehen zwar sehr schön aus. Aber obschon das „Hotel“ in einem alten Palazzo in einer sehr schönen Parkanlage liegt, ist es ein kirchliches Tagungszentrum, das bestenfalls das Niveau einer Jugendherberge hat. Vom Restaurant möchte ich erst gar nicht reden.
Das Palace Grand Hotel ist sehr schön, hat aber für ein 4-Sterne Haus auch entsprechende Preise. Sehr romantisch, besonders zum candle light dinner, ist das Al Borducan Boutique Hotel. Es ist zwar nur 5,3 Kilometer vom Zentrum entfernt. Die gehen allerdings steil nach oben in die Berge und Parken ist nicht ganz einfach.








