Der Herbst kommt: So machen sich Haushalte im Rhein-Neckar-Kreis fit für die Heizsaison
Noch sind warme Tage möglich, doch morgens und abends merkt man bereits, dass sich die Jahreszeit langsam verändert. Im Rhein-Neckar-Kreis sind nachts inzwischen Temperaturen um die 14 Grad angekommen. Für viele Haushalte ist das der Zeitpunkt, an dem die Heizung gedanklich wieder auf die Tagesordnung rückt. Wer jetzt ein paar Dinge erledigt, muss später nicht mitten in der ersten kalten Woche reagieren.
Heizung lieber jetzt kontrollieren
Bevor die Heizkörper wieder täglich laufen, lohnt sich ein kurzer Check der Anlage. Heizkörper sollten nicht von Möbeln oder Vorhängen verdeckt sein. Auch gluckernde Geräusche können ein Hinweis darauf sein, dass die Heizkörper entlüftet werden müssen.
Bei einer älteren Heizungsanlage kann außerdem ein Wartungstermin sinnvoll sein. Gerade wenn die Heizung bereits einige Jahre auf dem Buckel hat, ist es angenehmer, mögliche Probleme vor Beginn der Heizperiode festzustellen. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass schon eine um ein Grad niedrigere Raumtemperatur den Heizenergieverbrauch spürbar reduzieren kann.
Holz, Heizöl oder Pellets rechtzeitig einplanen
Wer mit Holz heizt, sollte nicht erst auf den ersten kalten Abend warten, bevor der Brennstoff besorgt wird. Trocken gelagertes Scheitholz gehört ebenso zur Vorbereitung wie ein Blick auf den vorhandenen Vorrat. Wichtig ist dabei, Holz ausreichend trocken und geschützt zu lagern.
Bei Heizöl lohnt sich ebenfalls eine rechtzeitige Kontrolle des Tanks. Ein leerer Tank im Winter ist schließlich deutlich unangenehmer als eine frühzeitige Bestellung. Gleichzeitig sollten Verbraucher nicht allein aufgrund eines einzelnen Tagespreises eine große Menge kaufen. Heizölpreise können sich verändern, weshalb ein Preisvergleich und die Beobachtung des Marktes sinnvoll sein können.
Auch Pelletheizungen benötigen eine gewisse Planung. Pellets müssen trocken gelagert werden und sollten aus einer zuverlässigen Quelle stammen. Wer über einen Wechsel des Heizsystems nachdenkt, sollte außerdem nicht nur die reinen Brennstoffkosten betrachten. Anschaffung, Wartung, Lagerraum und die vorhandene Haustechnik gehören ebenfalls in die Rechnung. Die Verbraucherzentrale empfiehlt bei Holz als Energieträger unter anderem, Pelletkessel als mögliche Variante zu berücksichtigen.
Fenster und Türen auf Zugluft prüfen
Nicht immer muss gleich die Heizung aufgedreht werden. Manchmal geht schlicht zu viel Wärme verloren. Gerade bei älteren Fenstern und Türen kann Zugluft ein Problem sein.
Ein einfacher Test lässt sich an einem windigen Tag durchführen: Mit der Hand lässt sich häufig schon feststellen, ob kalte Luft durch undichte Stellen kommt. Dichtungen können bei Bedarf erneuert werden. Auch Rollläden und Vorhänge können nachts dabei helfen, Wärme im Raum zu halten.
Wer Eigentümer eines älteren Hauses ist, kann zusätzlich über eine energetische Beratung nachdenken. Nicht jede Sanierungsmaßnahme lohnt sich für jedes Gebäude gleichermaßen. Deshalb sollte vor größeren Investitionen geprüft werden, wo tatsächlich der größte Effekt zu erwarten ist.
Was lohnt sich für Verbraucher?
Gerade vor dem Winter ist es verlockend, schnell neue Technik oder vermeintliche Energiesparprodukte zu kaufen. Nicht alles davon ist jedoch automatisch sinnvoll. Ein programmierbares Thermostat kann beispielsweise interessant sein, wenn Räume zu bestimmten Zeiten regelmäßig nicht genutzt werden. Eine neue Heizung ist dagegen eine wesentlich größere Entscheidung und sollte nicht allein wegen steigender Energiekosten getroffen werden.
Die Verbraucherzentrale rät bei einem Heizungstausch dazu, verschiedene Möglichkeiten miteinander zu vergleichen und die Situation des jeweiligen Gebäudes zu berücksichtigen.
Jetzt vorbereiten statt später improvisieren
Zur Vorbereitung gehört auch ein Blick auf die eigenen Heizkosten. Wer die Abrechnungen der vergangenen Jahre aufbewahrt hat, kann relativ leicht feststellen, wie hoch der Verbrauch bisher war. Dadurch lässt sich später besser einschätzen, ob sich etwas verändert hat.
Mieter sollten außerdem wissen, welche Kosten tatsächlich auf sie zukommen können. Auf einer Heizkostenabrechnung müssen unter anderem die Kosten für den jeweiligen Brennstoff und bestimmte Heiznebenkosten nachvollziehbar aufgeführt werden.
Kleine Maßnahmen können bereits helfen
Der Start in die kalte Jahreszeit muss also nicht mit großen Ausgaben verbunden sein. Heizkörper freiräumen, die Anlage kontrollieren, Brennstoffvorräte prüfen, Fenster abdichten und die Raumtemperatur bewusst einstellen – vieles davon lässt sich mit überschaubarem Aufwand erledigen.
Gerade im Rhein-Neckar-Kreis, wo die Temperaturen im Herbst innerhalb weniger Tage deutlich schwanken können, ist eine gewisse Vorbereitung praktisch. Denn wenn draußen erstmals wieder einstelliges Wetter herrscht, möchte man sich lieber um einen warmen Wohnraum kümmern als um eine kurzfristige Brennstoffbestellung oder eine ausgefallene Heizung.







