Reisetipp Frankreich: Burgund

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Dijon

Mit dem Burgund bringen die meisten zwei Dinge in Verbindung: Wein und Senf aus Dijon. Der Weinbau ist natürlich prägend für die Landschaft im Herzen Frankreichs. Besonders die Weine von der Cote d’Or gehören zu den besten der Welt. Doch das Burgund hat auch zahlreiche historische und kulturelle Highlights zu bieten. Wenn man aus dem Südwesten Deutschlands anreist, bietet es sich an, auf dem Weg in Besancon Halt zu machen. Diese Stadt gehört historisch betrachtet eigentlich zur Franche-Comte, doch wurden beide Regionen bei einer Verwaltungsreform 2015 zusammengefasst. Die Stadt ist hauptsächlich durch ihre Festungsanlage bekannt, durch die sie auch den Status eines Weltkulturerbes hat. Das Musée des Beaux-Arts et d’Archéologie de Besançon stellt zahlreiche Kunstwerke aus meheren Jahrhunderten aus. Das Gebäude an sich ist jedoch vor allem architektonisch bemerkenswert, weil man ein neues Gebäude in ein altes hineingebaut hat. Geht man von dort aus in die Innenstadt, gelangt man zur Kathedrale St. Jean, in der sich die berühmte astronomische Uhr von Besancon befindet. Das ist kein Zufall, denn Besancon ist das Zentrum der Uhrenherstellung in Frankreich. Daher lohnt sich auch ein Abstecher in das Museum der Zeit, in dem mit zahlreichen Exponaten gezeigt wird, wie Menschen über Jahrtausende versucht haben, Zeit zu messen. Von dort aus steigt man schließlich zu Zitadelle von Besancon hinauf. Es handelt sich dabei um eine von 12 von Vauban erbauten Festungsanlagen aus dem 17. Jahrhundert. Die imposante Anlage beherbergt drei Museen: das Museum des Widerstands und der Deportation, das Naturkundemuseum und das Heimatmuseum.

Musée des Beaux-Arts et d’Archéologie de Besançon
Besancon

Von Besancon aus fahre ich immer nach Saint-Germain-du-Bois, wo ich in der Hostellerie Bressanne absteige. Das Hotel ist in einemliebevoll restaurierten und eingerichtetem weitläufigen Gebäude aus dem 17. Jahrhundert und verfügt über ein hervorragendes Restaurant mit gehobener regionaler Küche und einer beeindruckenden Weinauswahl. Als Vorspeise sollte man unbedingt die lokale Spezialität Oeuf en meurette bestellen. Zur warmen Jahreszeit kann man im historischen Hof sitzen. St. Germain ist ein kleines Dorf mit 2000 Einwohnern, in dem die Zeit stehengeblieben ist. Das Schöne am Burgund ist, dass es dort so ziemlich überall genauso aussieht, wie man sich das Burgund vorstellt. Wenn man morgens durch St. Germain du Bois schlenderte hatte man den Eindruck die Welt sei noch in Ordnung, alle heißen Dupont und laufen mit einem Baguette unter dem Arm herum. Gäbe es nicht ein Autohaus einer japanischen Marke, könnte man meinen, de Gaulle wäre noch Präsident.

Musée des Beaux-Arts et d’Archéologie de Besançon
Brancion

Von St. Germain aus kann man mehrere Ausflüge machen. Der nahegelegene Ort Louhans bietet eine wunderschöne Altstadt mit zahlreichen Geschäften, Galerien, Cafes und Restaurants. Tournus ist ebenfalls ein historischer Ort, in dessen Innenstadt man zahlreiche Galerien, Antiquitäten- und Kunsthandwerksgeschäfte findet. Geheimtipp: direkt vor dem Stadttor findet sich eine kleine Galerie mit historischen Drucken und Stichen. Man kann dort für angemessene Preis so manches Kleinod finden. Direkt hinter dem Stadttor findet sich die Abteil St. Philibert aus dem 11. Jahrhundert, die eines der bedeutendsten Bauwerke der Frühromanik ist. Von dort aus bummelt man am besten durch die Fußgängerzone und lässt sich von den vielen Galerien und Geschäften überraschen. So finden dort auch regelmäßig Ausstellungen zeitgenössischer Künstler statt. Von dort aus kann man einen Abstecher nach Brancion machen. Das Dorf ist noch komplett als mittelalterliche Siedlung erhalten, wird nach wie vor bewohnt und hat eine Burg. Ebenfalls einen Abstecher wert ist Chalons-sur-Saone mit einer wunderschönen Altstadt. Als leichte Lektüre sei der Roman Die Dame im Auto mit Sonnenbrille und Gewehr von  Sebastien Japrisol empfohlen, da dieser zumindest zum Teil in Chalons-sur-Saone spielt.

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Tournus
Altstadt von Tournus
St. Philibert, Tournus.

Die historische Stadt Beaune ist für ihre hervorragenden Weine bekannt und für Häuser mit den für das Burgund typischen bunten Dachziegeln. Leider ist die Stadt häufig mit Touristen überlaufen, so dass ich von einem Besuch abrate. Absolutes Pflichtprogramm ist natürlich Dijon. Man kann dort auch tatsächlich im Stammhaus der Firma Maille Senf in allen möglichen Geschmacksrichtungen kaufen, so z.B. mit Cassis, Honig, Estragon, Walnüssen usw. Dijon ist schon auf den ersten Blick architektonisch sehr beeindruckend, weil man dort alles von Gotik bis Art Deco findet. Zentraler Punkt der Stadt ist Place de la Liberation mit dem ehemaligen Herzogsplast aus dem 17. Jahrhundert.

Place de la Liberation, Dijon.

Im Viertel um den Palast herum stehen zahlreiche Patrizierhäuser aus Renaissance und Mittelalter, viele davon mit den typischen bunten Dachziegeln. Im ehemaligen Herzogspalast befindet sich das Kunstmuseum. Hierbei handelt es sich um eines der ältesten Museen Frankreichs, das eine Kunstsammlung vom alten Ägypten bis zur Moderne beherbergt. Insbesondere das klassische Moderne ist sehr beeindruckend. Interessant ist, dass Dijon Skulpturen der Schauspielerin Sarah Bernard besitzt, die im 19. Jahrhundert den Status eines Superstars hatte. Dass sie Bildhauerin war, wissen nur wenige.

Statue der Bildhauerin Sarah Bernard, Kunstmuseum Dijon
Bronze von Henri Matisse, Kunstmuseum Dijon

Sehenswert ist auch das Museum Rude in der ehemaligen Kirche Saint-Étienne. In dem entkernten Gebäude finden sich großformatige Skulpturen von Francois Rude. Raumgefühl und die Größe der Objekte machen den Besuch zu einem ganz besonderen Erlebnis. Man kann stundenlang durch die engen Gassen und die breiten Straßen flanieren und wird immer wieder etwas Neues entdecken.

Typische Dachziegel in Dijon
Dijon

Am Ende der Fußgängerzone findet sich dann die Porte Guillaume aus dem 18. Jahrhundert. Hinter dem eher schlichten Triumphbogen findet sich der Jardin Darcy, der gerade in der heißen Zeit eine Oase der Erholung in der Innenstadt ist.

Porte Guillaume, Dijon

Diese Tipps sollen natürlich nur ein paar Ideen für einen Aufenthalt im Burgund geben. Da diese Region durch Weinbau und Handel schon immer eine wohlhabende Gegend war, gibt es natürlich noch zahlreiche weitere Städte oder Sehenswürdigkeiten. Hier seien z.B. die Weinstädte Macon und Dole genannt oder aber die Abteien von Fontenay oder Cluny. Auch kulinarisch hat das Burgund natürlich sehr viel zu bieten.

Place de la Liberation, Dijon

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