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Wiesloch Martinsumzug 2020 – Querdenker Demo und Andersdenker Gegendemo

Stankt-Martins-Umzug in Wiesloch – Demonstration und Gegendemo – Laterne, Laterne. Sonne, Mond und Sterne.

Der Sankt-Martins-Tag oder Martinstag, in Bayern und Österreich auch Martini, von lat. [Festum Sancti] Martini, „Fest des heiligen Martin“) genannt ist im Kirchenjahr der Katholiken das Fest des heiligen Martin von Tours am 11. November.

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Das Datum des gebotenen Gedenktags im römischen Generalkalender, das sich auch in orthodoxen Heiligenkalendern, im evangelischen Namenkalender und dem anglikanischen Common Worship findet, ist von der Grablegung des Bischofs Martin von Tours am 11. November 397 abgeleitet.

Der Martinstag ist in Mitteleuropa von zahlreichen verschiedenen Bräuchen geprägt, darunter das Martinsgansessen, der Martinszug auf den sich die kleinen Kinder sehr freuen und das Martinssingen.

„Laterne, Laterne. Sonne, Mond und Sterne. Brenne auf, mein Licht. Brenne auf, mein Licht
Aber nur meine liebe Laterne nicht“ singen die Kinder während sie ihre Laternen vor sich hertragen. Bei dem Anblick der vor Glück strahlenden Kinder wird wohl jedem Erwachsenen ganz warm um’s Herz. Ganz stolz präsentieren sie ihre Laterne, mit großen glücklichen Kinderaugen schauen sie einen an. „Die habe ich selbst gebastelt“.

Der Stankt-Martins-Umzugs steht sonst als fester Bestandteil im Veranstaltungskalender der Städte und Gemeinden rund um Wiesloch. Wichtig nicht nur für die Kirchengemeinden, auch für das soziale und kulturelle Leben der Menschen ein wichtiges Kulturgut.

Alle kommen zusammen, man denke an die Kindergärten, Schulen und Vereine, welche die Umzüge organisieren, die zahlreichen Teilnehmer also Kinder und ihre Eltern. Auch die Lehrer und Erzieher sind meist dabei. Die begeisterten Zuschauer von denen sicher so mancher sich an die eigene Kindheit erinnert fühlt während der Umzug an ihm vorbeiläuft.

Man denke an die vielen Bürger, die sich ehrenamtlich engagieren. Man denke auch an die Jugendfeuerwehren, die Sportvereine, die Musikvereine usw. Die Züge werden mancherorts von Fackelträgern, beispielsweise der Stadtkapelle und Jugendstadtkapelle begleitet. Woanders ist ein Reiter hoch zur Ross an der Spitze des Umzugs. Man denke an den Sankt-Martins-Umzug in Rotenberg, Martini-Kerwe in der historischen Kulisse.

Lange könnte man die Liste fortführen. Auch profitiert der Einzelhandel im besten Falle mindestens in geringem Maße an den Festlichkeiten. Das Image einer Gemeinde und der Ruf der Verantwortlichen können sowieso profitieren. Dadurch auch die Stadtkasse und somit die Allgemeinheit.

Aber unumstritten sollten die kleinsten und schwächsten der Gesellschaft, die Kinder diejenigen sein für die das Fest um den Heiligen Martin gedacht ist.

Schön wenn die Menschen, die man allzu leicht einfach nur als „Die Stadt“ oder „Die Stadtverwaltung“ wahrnimmt, Gesicht und Menschlichkeit zeigen. Wenn es heißt: Alle Kinder, die mit einer Laterne am Umzug teilnehmen, erhalten bei der Ankunft auf dem Marktplatz ein „Martinsmännchen“. Vom Balkon des alten Rathauses lesen Kinder die Martinslegende vor. Ein geselliges Miteinander. Das Gefühl der Geborgenheit, der Zusammengehörigkeit macht sich breit. So findet auch Integration statt, denn die verschiedensten Menschen finden zusammen. Doch dieses Jahr ist vieles anders als gewohnt. Doch manches bleibt unveränderbar.

Kinder brauchen positive Vorbilder und Beispiele. So ist die Legende vom heiligen Martin wohl unumstritten pädagogisch wichtig. Lehrt sie doch Mitgefühl, Barmherzigkeit, Sozialkompetenz.

Der Mensch wird als Egoist geboren, die meisten bleiben es ein Leben lang. Manche erkennen, dass sie Egoisten sind, sind damit ehrlich zu sich selbst und sagen sich: Ich persönlich stehe dazu, ein Egoist zu sein. Das sind wir nämlich alle, nur geben dies die Wenigsten zu. Alles, was ich tue, dient mir und meinem Wohlbefinden. Ob dies nun positive Auswirkungen auf Andere hat oder nicht.

Mutter Theresa war eine glühende Egoistin. Sie tat, was sie tat aus einem Grund: weil sie sich abends gut fühlte, wenn sie tagsüber geholfen hatte. „Altruismus“ ist so ein schönes Wort, welches genau wie die dazu gehörende Kategorie „Werte“ nur ein Ausdruck für eine Sehnsucht, für ein Gefühl unbestimmter Art ist, einem dem (Zivilisations-)Menschen immanenten Streben nach Sicherheit.

Kinder müssen Mitgefühl erst lernen und ein Gefühl für Empathie entwickeln. Die Legende erzählt von Armut, vom Mitgefühl und der Bereitschaft zu helfen.

Bisher wurde Jahr für Jahr wird die Geschichte des Sankt-Martins nachgespielt, um Millionen Kinder mit den hohen Werten der Gerechtigkeit und der Nächstenliebe vertraut zu machen. Denn darin ist sich die Gesellschaft doch wohl einig: Kindern soll nicht rücksichtsloser Egoismus, sondern mitfühlender Gerechtigkeitssinn beigebracht werden.

Aus einem Gerechtigkeitssinn heraus stehen auch die Demonstranten nach deren Aussage, Woche für Woche auf der Straße. Die Gesellschaft ist gespalten.

Gespalten in gläubig und ungläubig, in Befürworter und Gegner, in Demonstranten und Gegendemonstranten. Aber halt, da gibt’s noch andere. Ob zu diesen, der lachende dritte zählt mag dahingestellt sein. Zumindest ist in der Geschichte der Menschheit meist auch mindestens ein dritter als Beobachter und Zeitzeuge am Ort des Geschehens, wenn zwei gegnerische Gruppen aufeinandertreffen. Beziehungsweise, wenn besondere oder weniger besondere Ereignisse stattfinden. Manchmal war es der Herr Pfarrer, der die Ortschronik führte, oft der Herr Journalist. Und ebenso oft wohl das Tagebuch eines einfachen Bürgers.

Wiesloch, August 1855 – Sicherheitspolizei: Zwei Ortspolizeidiener Wagner u. Zierkel sind fleißig, im Allgemeinen nüchtern, und tragen die vorgeschriebene Mountur. (…) Landstreicher und fremdes Gesindel hält sich hier nicht auf und würde sich auch bei der vorhandenen strengen Aufsicht hier nicht halten können. (…) Die hiesigen großen Hunde sind entweder angekettet in den Hofräumen, oder sie tragen Maulkörbe. Zitat/Auszug aus dem Buch „Wiesloch – Beiträge zur Geschichte Band 2 – Kapitel von Manfred Kurz – Die Ortsbereisung von Wiesloch 1855“

Die Demo:

Wiesloch, 11. Oktober 2020 – Ein Gruppe von etwa 60-80 Erwachsenen Kinder nicht mitgezählt beteiligte sich an einem sankt-Martins-Umzug welcher als Demonstrationszug zu einer angemeldeten und genehmigten Demonstration auf den Platz an der Güterstrasse führte. Dort richteten sich Redner an die Zuhörer. Gemeinsam mit drei Musikern u.a. aus dem Kirchenchor wurde gesungen.

Neben einer Vielzahl an Einsatzkräften der Polizei waren auch der Leiter des Ordnungsamtes Herr Ahmeti sowie auch Pressesprecherin Adam. Eine Pressemitteilung seitens der Stadtverwaltung lag zu Redaktionsschluss noch nicht vor. Ggf. wird diese nachgereicht.

Die Gegendemo

Bei der Gegendemo waren ca. 30 Versammlungsteilnehmer der AJ Walldorf. Diese standen vor dem Marionettentheater in Sicht- und Hörweite zu den Demonstranten. Ihre Anliegen taten sie per Transparent, Fahnen und Protestschildern, sowie verbal durch Megafone kund.

Einige Impressionen:

Am Rande: Pressevertreter im Fokus des Ordnungsamtes und der Polizei

Quasi „im Visier der Polizei“ befanden sich drei Pressevertreter, ein Lokaljournalist wurde dabei in den besonderen Fokus genommen. Auf dem Schotterplatz, dem definierten Versammlungsort gelte absolute Maskenpflicht. En Schal tuts ewe ned! Die Personalien wurden aufgenommen. Weiteres folgt ggf.

Das Grundgesetz, die Landespressegesetze, die Rundfunkgesetze und -staatsverträge, das Strafprozessrecht und das Polizeirecht bestimmen die Rechte und Pflichten von Presse/Rundfunk (Medien) und Polizei.

Es gehört zu den Informationsaufgaben der Medien, die Allgemeinheit über Ereignisse von öffentlichem Interesse, u.a. Großveranstaltungen, Unglücksfälle, Demonstrationen, gewalttätige Aktionen oder spektakuläre Kriminalfälle aus unmittelbarer Kenntnis und Beobachtung der Vorgänge zu unterrichten. Die Medien entscheiden in eigener Verantwortung, in welchem Umfang und in welcher Form sie berichten.

Aufgabe der Polizei ist es, Gefahren abzuwehren und Straftaten zu verfolgen. Im Spannungsfeld zwischen journalistischer und polizeilicher Tätigkeit kann es zu Situationen kommen, in denen sich jede Seite durch die jeweils andere behindert fühlt.

Vereinbarte Grundsätze sollen Medien und Polizei helfen, sich bei entsprechenden Gelegenheiten stets so zu verhalten, dass die ungehinderte Erfüllung der jeweiligen Aufgaben nach Möglichkeit sichergestellt ist. Zu diesen Grundsätzen zählt: Regelmäßige Kontakte zwischen Medien und Polizei sind die beste Voraussetzung zur Vermeidung unnötiger Konfliktsituationen. Hierbei sollte jede Seite bemüht sein, Verständnis für die Arbeit der anderen zu wecken und aufzubringen. (…)

(Verhaltensgrundsätze für Presse/Rundfunk und Polizei zur Vermeidung von Behinderungen bei der Durchführung polizeilicher Aufgaben und der freien Ausübung der Berichterstattung Beschlossen von der Innenministerkonferenz am 26. November 1993 und vom Deutschen Presserat, Verleger-, Zeitungs- und Zeitschriftenverbänden, ARD, ZDF, dem Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation und den journalistischen Berufsverbänden.)

Dem Landespressegesetz des Landes Baden-Württemberg ist folgendes zu entnehmen, Zitat:

§ 1, Freiheit der Presse,,(1) Die Presse ist frei. Sie dient der freiheitlichen demokratischen Grundordnung.,,(2) Die Freiheit der Presse unterliegt nur den Beschränkungen, die durch das Grundgesetz unmittelbar und in seinem Rahmen durch dieses Gesetz zugelassen sind.,,(3) Sondermaßnahmen jeder Art, die die Pressefreiheit beeinträchtigen, sind verboten.,,(4) Berufsorganisationen der Presse mit Zwangsmitgliedschaft und eine mit hoheitlicher Gewalt ausgestattete Standesgerichtsbarkeit der Presse sind unzulässig.,,(5) Gesetzen, die für jedermann gelten, ist auch die Presse unterworfen.

Weiterführende Informationen:

Wie viele Infizierte im Sinne des Infektionsschutzgesetzes sind aktuell in Wiesloch, Walldorf, Rhein-Neckar-Kreis vorhanden?
"In Wiesloch und Walldorf stehen aktuell 224 Personen als Fälle oder Kontaktpersonen der Kategorie 1 unter Quarantäne." so das Landratsamt Rhein-Neckar am 10.11.2020 auf Presseanfrage.

Wie viele Anhörungsschreiben wurden bisher versendet? Wie viele Ordnungswidrigkeitsverfahren wurden durch das LRA eingeleitet? Wie viele Widersprüche wurden eingelegt?

"Bei der Bußgeldstelle des Rhein-Neckar-Kreises gingen bisher 38 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Maskenpflicht ein. Ebenso viele Anhörungen wurden verschickt. Es sind bereits 5 Verfahren abgeschlossen und in 3 Verfahren wurde Einspruch eingelegt." so das Landratsamt Rhein-Neckar am 10.11.2020 auf Presseanfrage.
Wie uns mitgeteilt wurde, würden die Mitarbeiter des Ordnungsamtes gegenüber Einzelhändlern behaupten, das generell nur Menschen mit Maske das Einzelhandelsgeschäft betreten dürfen. Die Rechtsverordnung kennt allerdings Ausnahmen.

"Selbstverständlich kennt die Verordnung Ausnahmen, diese werden auch so kommuniziert, die Maskenpflicht gilt somit nicht generell, sondern grundsätzlich." so die Stadtverwaltung Wiesloch am 16.07.2020 auf Presseanfrage.

"In 114 Fällen wurden durch uns Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet." so die Stadtverwaltung Wiesloch am 16.07.2020 auf Presseanfrage.

Filmtipp aktuelle und historische arte Dokumentationen:

Seit Anfang 2020 fordert das Corona-Virus die Welt heraus. Die Regierungen Europas reagierten zunächst mit einem Lockdown. Allein Schweden setzt bis heute auf Freiwilligkeit. Zu Recht? Oder bewährt sich gar dieser Weg? Die Doku vergleicht den Kurs Deutschlands, Frankreichs und Schwedens im Gesundheitswesen, in Wirtschaft und Gesellschaft – und zeigt auch die Rolle der Medien.
In den Medien entsteht täglich ein Bild des Schreckens und der Gefahr. Hat die Politik Frankreichs und Deutschlands mit der deutlichen Beschränkung von Freiheiten der Bürger überreagiert und eine Situation geschaffen, die sich nur schwer wieder zurückdrehen lässt? Reicht es wiederum aus, im Wesentlichen auf Aufklärung, Eigenverantwortung und Freiwilligkeit zu setzen wie die schwedische Regierung? Die ARTE-Autorinnen haben in den drei Ländern ganz unterschiedliche Menschen aus Wissenschaft und Gesellschaft getroffen und befragt: Risiko-AnalytikerInnen, AktivistInnen, LehrerInnen, ÄrztInnen und JuristInnen. Dabei stehen die sich abzeichnenden Folgen für die Krankenversorgung, für die Menschen in Altenheimen und an den Schulen im Fokus. Diskutiert werden auch mögliche Schäden für den Rechtsstaat durch die Notstandsgesetze. Etwas schält sich heraus: Durch Corona haben sich bestehende Risse in der französischen Gesellschaft vertieft, in Deutschland sind neue entstanden. Allein Schweden scheint frei von unversöhnlichen Gegensätzen. Versuch einer Bestandsaufnahme bei ARTE.
Dokumentation aus dem Jahr 2009. Doku: Profiteure der AngstMarketing für Impfstoff mit erfundenen Pandemien – Weitere Infos: https://www.sagamedia.de/produktionen/dokumentarfilme/profiteure-der-angst-%E2%80%93-das-gesch%C3%A4ft-mit-der-schweinegrippe

Wer war eigentlich dieser heilige Martin?

Eigentlich hieß er Martin von Tours. Geboren wurde er 316 oder 317 in Savaria, das damals zum römischen Reich gehörte und heute zu Ungarn. Sein Vater war ein römischer Offizier und deswegen musste auch Martin gegen seinen Willen zum Militär. Schon mit 15 Jahren wurde er als Leibwache bei Kaiser Konstantin eingestellt.

Die gute Tat

Während seiner Zeit als Soldat trug sich eine bekannte Geschichte zu, die wir heute im Lied „Sankt Martin“ besingen. Der 17-Jährige war im Norden des heutigen Frankreichs stationiert. An einem eiskalten Tag im Winter ritt er gerade zum Stadttor hinaus, als er einen armen Mann traf, der keine Kleider anhatte. Der Bettler sprach ihn an und bat um Hilfe.

Martin hatte außer seinen Waffen und seinem Mantel nichts bei sich, was er ihm hätte geben können. So nahm er kurzerhand sein Schwert und teilte den Mantel in der Mitte durch. Die eine Hälfte gab er dem Bettler, die andere legte er sich um die Schultern. In der folgenden Nacht hatte Martin einen Traum: Er sah Jesus, bekleidet mit dem halben Mantel, den er dem Bettler gegeben hatte.

Für diese gute Tat wird Martin heute noch verehrt und soll ein Vorbild dafür sein, seinen Nächsten zu lieben wie sich selbst.

https://www.katholisch.de/artikel/1947-wer-ist-sankt-martin

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_von_Tours

https://www.herder.de/kizz/kinderentwicklung-erziehung/werteerziehung/mitgefuehl-lernen-die-botschaft-von-st-martin/

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