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Donnerstag, Februar 9, 2023
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Ab heute – neue EU-Regelung in Kraft – Insekten in Lebensmitteln

Die Europäische Union (EU) und ihre Agenda der Freigabe „neuartiger Lebensmittel“

Für eine Firma aus Vietnam eröffnet sich mithilfe der EU ein völlig neuer Markt und ein Monopol auf Zeit. Sie dürfen als einzige Hausgrillen in Pulverform als neuartiges Lebensmittel auf den EU-Markt bringen. Und somit auch in Deutschland.

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Grillen und andere Insekten gelten als eine potenzielle Proteinquelle für den menschlichen Verzehr. Sie enthalten hochwertiges Eiweiß, Vitamin B12, Eisen und Zink. In vielen Teilen der Welt werden sie bereits als Lebensmittel verzehrt. Allerdings gibt es noch wenig wissenschaftliche Untersuchungen zu den langfristigen Auswirkungen des Verzehrs von Insekten auf die menschliche Gesundheit.

Es gibt auch Bedenken hinsichtlich der hygienischen Bedingungen bei der Zucht und Aufzucht von Insekten als Lebensmittel. Es wird empfohlen, dass bei Verzehr von Insekten, wie bei jedem Lebensmittel, gute hygienische Standards eingehalten werden.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie möglicherweise Allergien auslösen.

Lebensmittel, die Hausgrillen-Pulver enthalten, müssen deutlich gekennzeichnet werden, damit Verbraucher es erkennen können. Es ist die Pflicht des Herstellers, das Vorhandensein von Insekten in diesen Lebensmitteln zusätzlich zu kennzeichnen. Der Grund dafür ist, dass eine Untersuchung gezeigt hat, dass der Verzehr von teilweise entfettetem Pulver der Hausgrille bei Menschen, die allergisch gegen Krebstiere, Weichtiere und Hausstaubmilben sind, allergische Reaktionen auslösen kann. Es besteht auch die Möglichkeit, dass durch das Futtermittel für die Insekten weitere Allergene in das neuartige Lebensmittel gelangen können.

Insektenpulver in Lebensmitteln – Ängste und Sorgen wirklich unbegründet?

Hausgrille oder Getreideschimmelkäfer könnten ab sofort etwa in Brot und Brötchen, Keksen und Crackern, Backmischungen und Teigwaren, Soßen und Suppen, Fleisch- und Milchersatz, Kartoffelerzeugnissen oder Schokolade, Fitnessriegel, Insektennudeln, Burger-Bratlinge oder Insektenbrot beigemischt werden.

Nach Mehlwurm und die Wanderheuschrecke ist nun auch die Hausgrille („Heimchen“) von der EU zugelassen. Verbraucherschützer sehen es kritisch, dass für die Insektenzucht weder Hygienevorschriften noch Bestimmungen für die Fütterung oder die Medikamentengabe gibt.

Andrea Danitschek, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale kritisiert des Weiteren die Kennzeichnung: „Bei einer Erhebung im letzten Herbst haben wir oft durch die Verpackung nicht feststellen können, ob und wie die Insekten entkeimt wurden.“ Durch eine mangelhafte Entkeimung könnten Krankheiten vom Tier auf den Menschen übergreifen. Erklärt sie weiter.

Chamäleons ernähren sich von Insekten und anderen Gliederfüßern; EU-Bürger dürfen das nun auch.

Drei Gründe, warum Menschen Insekten essen:

Menschen essen Grillen und Insekten aus verschiedenen Gründen:

  1. Ein Grund ist, dass sie in vielen Teilen der Welt eine traditionelle und akzeptierte Form der Nahrung darstellen und eine wichtige Proteinquelle darstellen. In Ländern wie Thailand, Mexiko, Ghana und Kenia werden sie regelmäßig als Lebensmittel verzehrt.
  2. Ein anderer Grund ist, dass sie als eine Art „Alternative“ zu anderen Proteinquellen angesehen werden, insbesondere wird als Argument die zunehmende Weltbevölkerung und der damit einhergehenden Notwendigkeit, die Nahrungsmittelproduktion zu steigern. Insekten auch als nachhaltige und umweltfreundliche Proteinquelle genannt, da sie weniger Wasser, Futter und Land benötigen im Vergleich zu Tieren wie Rindern und Schweinen.
  3. Armut kann auch ein Grund sein, warum Menschen Grillen und Insekten essen. In vielen Entwicklungsländern sind diese Lebensmittel oft billiger und leichter zu beschaffen als andere Proteinquellen wie Fleisch und Fisch. Sie können auch von armen Landwirten und Familien in ländlichen Gebieten selbst angebaut oder gesammelt werden. Für diese Menschen stellen Grillen und Insekten eine wichtige und oft notwendige Proteinquelle dar. Es gibt auch wachsende Bemühungen, Insekten als eine Art „Armutsbekämpfung“ durch den Verkauf von Insekten als Lebensmittel anzubieten, da dies eine Möglichkeit bietet, Einkommen für arme Familien und Gemeinden zu generieren.

Fazit, Kommentar und Meinung:

Die Skepsis in der Bevölkerung ist groß, verständlich und nicht zu Unrecht.

1. Zum einen entspricht es nicht den kulturellen Gewohnheiten der Europäer, insb. der Deutschen Insekten zu verspeisen. Zeitungsberichte von „Kakerlaken im Restaurant“ oder „Schaben in der Backstube bei der Bäckerei“ sowie „Pferdefleisch in der Lasagne“, sorgten bisher eher für Ekel als zur Appetitanregung.

In Kriegszeiten mag das anders sein. Da gilt das Motto „Hunger ist der beste Koch“. Man isst, was zur Verfügung steht. In Deutschland erinnern sich die Älteren, die den Krieg und Armut erlebten noch an Saure Rüben, Sauerkraut, Rüben oder Kohl mit Erdäpfeln, Kriegs-Allerlei, Soldatenfleisch, Kriegsgulasch, Milzsoße und Hirse und Kraut. Selten gab es auch Fleisch. Aber aßen die Menschen damals auch Insekten? Eher nicht, oder?

2. Zum anderen hat die Lebensmittelindustrie in vielerlei Hinsicht dazu beigetragen, dass Skepsis der Verbraucher grundsätzliche angebracht ist. Insbesondere bei „neuen Lebensmitteln“.

Zur Erinnerung, einige bekannte Skandale aus der Lebensmittelindustrie sind:

  • Rinderwahn-Skandal (BSE) in Europa in den 1990er Jahren, bei dem Rinder mit kontaminiertem Futter gefüttert wurden, was zu einer tödlichen Hirnerkrankung führte.
  • Skandal um gefälschte Lebensmittel in China im Jahr 2008, bei dem melaminhaltiges Futter verwendet wurde, um die Proteinkonzentration in Milchprodukten zu erhöhen, was zu Nierenschäden bei Hunderttausenden von Kindern führte.
  • Skandal um Pferdefleisch in Europa im Jahr 2013, bei dem Pferdefleisch als Rindfleisch verkauft wurde. Pferdefleisch-Skandal in Deutschland.
  • Skandale um rückständige Antibiotika in US-Fleisch im Jahr 2017.
  • Skandale um Rückstände von Pestiziden in Obst und Gemüse in Europa und USA.
  • Skandale um Rückstände von Plastikteilen in Fisch im Jahr 2020

Es gibt viele weitere Fälle, dies sind nur einige Beispiele bekannter Skandale aus der Lebensmittelindustrie. Lebensmittelproduzenten in allen Ländern haben bewiesen: Es wird gelogen und betrogen, es wird gepanscht und gefälscht. Und nicht überall ist das drin, was auf der Verpackung geschrieben steht.

Anm. d. Red.: Für eingereichte oder namentlich gekennzeichnete Beiträge sind die Verfasser verantwortlich. Form, Stil und Inhalt liegen allein in der Verantwortung des Verfassers. Die hier veröffentlichte Aussagen können daher von der Sichtweise der Redaktion oder des Herausgebers abweichen.

Quellen und weiterführende Informationen:

https://www.swr.de/swraktuell/eu-erlaubt-grillenpulver-was-taugen-insekten-als-zutat-100.html

https://www.merkur.de/wirtschaft/insekten-experten-nahrung-zulassung-mehlwuermer-protein-lebensmittel-fleischersatz-zr-90526562.html

https://www.focus.de/gesundheit/news/neue-eu-verordnungen-insekten-im-essen-erlaubt-worauf-sie-achten-muessen-wenn-sie-keine-essen-wollen_id_183466950.html

https://www.cricketone.asia/products

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